Marktbreit

Verkehrsaktion: So lang ist mein Bremsweg

Warum ist der Anhalteweg nicht so lang wie der Bremsweg? Und ab wann darf man im Auto vorne sitzen? Das lernten die Fünftklässler der Leo-Weismantel-Realschule am Freitag.
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Wie sich der Anhalteweg beim Bremsen zusammensetzt, lernten die Fünftklässler der Leo-Weismantel-Realschule.
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„Was glaubt ihr, wo das Auto zum Stehen kommt?“, fragte André Helwig. Die Fünftklässler der Leo-Weismantel-Realschule sollten mit Hütchen die Stelle markieren, an der sie den Haltepunkt vermuteten. Dann fuhr Helwig mit 50 Stundenkilometern entlang und bremste an der vereinbarten Ziellinie. Schnell zeigte sich: Wären die Hütchen echte Menschen gewesen, wäre das nicht gut ausgegangen.

Deshalb veranstaltet der ADAC Nordbayern regelmäßig die Verkehrsaktion „Hallo Auto“. Am Freitag konnten die 5. Klassen der Marktbreiter Realschule mit praktischen Versuchen lernen, wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten. André Helwig vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum ließ die Schüler gleich am Anfang auf eine Ziellinie zu rennen, nach der sie möglichst schnell anhalten sollten. Schon hier merkten die meisten, dass das nicht so schnell geht, wie man vielleicht möchte.

Knapp eine Sekunde Reaktionszeit

„Doch wie lang ist der Bremsweg mit dem Auto eigentlich, wenn ich mit 50 Stundenkilometern durch den Ort fahre und plötzlich ein Kind auf der Straße steht?“, fragte Helwig die Schüler. Dass das rund acht Meter sind, hatten die Schüler schnell abgemessen. Doch dass dazu noch der Reaktionsweg kommt, bis man das Hindernis überhaupt bemerkt, hatten nicht alle im Kopf. „Die durchschnittliche Reaktionszeit ist knapp eine Sekunde“, erklärte Helwig. Nur 0,3 bis 0,5 Sekunden beträgt sie bei trainierten Personen wie zum Beispiel Rennfahrern.

Deshalb kommen zum Bremsweg noch einmal 14 Meter Reaktionsweg hinzu. Macht zusammen: 22 Meter Anhalteweg. Da hatten sich die Schüler gründlich verschätzt. Deshalb riefen sie mehrmals im Chor die Formel Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg; damit sie hoffentlich lang im Gedächtnis bleibt.

Ab wann darf man vorne sitzen?

Doch es ging nicht nur um den Anhalteweg. Auch das richtige Anschnallen war Thema. Ab einer Größe von 1,50 Meter oder einem Alter von zwölf Jahren dürfen Kinder vorne im Auto sitzen. „Aber auch wenn ihr schon 13 seid, jedoch noch nicht 1,50 Meter groß, solltet ihr nicht vorne sitzen“, erklärte Helwig. Denn: Wenn der Sicherheitsgurt nicht an der richtigen Stelle sitzt, kann das gefährlich werden. Wenn man stark bremst, drückt er gegen die Halsschlagader.

Was bei einer Vollbremsung bei Tempo 30 passiert, durften einige Schüler dann auch ausprobieren. Haare flogen nach vorne, der Oberkörper wurde gegen den Gurt gedrückt, das Auto hob hinten leicht ab. Was dagegen geschieht, wenn man nicht angeschnallt ist, durfte nur der ADAC-Teddy vorführen. „Das fanden wir am spannendsten, als man gesehen hat, wie stark der Teddy nach vorne fliegt“, sagten Laura und Laura, beide zehn Jahre, nach der Übung.

Finger weg vom Handy

Zum Schluss ging es um Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. „Mit dem Handy in der Hand bekommt man nämlich kaum noch etwas von der Umgebung mit“, sagte Helwig. Außerdem mussten die Fünftklässler noch ein Versprechen ablegen: „Lieber Herr Helwig, ich verspreche, mich im Auto immer anzuschnallen.“



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