Kitzingen

Vergessener Ebay-Verkauf geht richtig ins Geld

Weil er auf Ebay einen 30 Euro teuren Internet-Router angeboten, den Kaufpreis kassiert, aber nicht geliefert hat, muss ein 19-Jähriger jetzt das Mehrfache an Strafe zahlen.
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Landgericht Bonn
Symbolbild: Paragrafen-Symbole an Türgriffen

Es ist inzwischen so etwas wie ein Klassiker, der das Jugendgericht immer wieder beschäftigt: Internetbetrug und das oft auf der Verkaufsplattform Ebay.

Dass sich das nicht lohnt, musste jetzt ein 19-Jähriger feststellen. Er ist 1000 Euro los, hatte aber noch Glück, dass das Betrugsverfahren eingestellt wurde. Wenn auch mit „zwei zugedrückten Augen“, wie es der Kitzinger Jugendrichter Wolfgang Hülle ausdrückte.

Kein Unbekannter

Es hätte durchaus dicker kommen können, zumal der junge Mann kein Unbekannter ist. Zweimal ist er schon aufgefallen. Allerdings und das war sein Glück, nicht einschlägig, sondern wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Immerhin hat er dafür schon einmal einen Freizeitarrest verbüßt. „Furchtbar war das für mich“, sagte er dem Gericht.

Allerdings hat ihn diese Erfahrung nicht davon abgehalten, eine weitere Straftat zu begehen. Im Sommer 2017 hatte er einen Router auf Ebay angeboten. Das 35 Euro teure Gerät fand schnell einen Abnehmer. Der überwies das Geld, seine Ware hat er allerdings nicht gesehen.

„Völlig vergessen“

„Wie kann das sein?“, wollte Hülle wissen. „Ich hab das völlig vergessen“, versuchte der Angeklagte zu erklären. Er habe viel um die Ohren gehabt. Es sei die Zeit seiner Gesellenprüfung gewesen. Dazu kam ein Urlaub in Kroatien und danach war die Geschichte für ihn vergessen.

So ganz abgenommen hat ihm das Gericht die Version wohl nicht. Auch dass plötzlich Seiten im Internet nicht mehr erreichbar waren, sein Ebay-Konto gesperrt war oder Mails nicht ankamen und damit ein Kontakt zum Käufer unmöglich war, nahmen Gericht und Staatsanwältin eher zu Kenntnis. Klar war, dass der Verkäufer wieder aktiv wurde, als die Anklageschrift ins Haus geflattert war.

Schlussrechnung

Danach ging es plötzlich wieder mit dem Kontakt. Der Verkäufer entschuldigte sich beim geprellten Käufer, überwies ihm sein Geld zurück und 25 Euro „als Wiedergutmachung für die lange Wartezeit“, wie er dem Gericht erklärte. Um das Verfahren und die Schlussrechnung kam er dennoch nicht herum: Die belief sich am Ende auf 1000 Euro, zahlbar in vier Monatsraten zu 250 Euro.

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