Gerolzhofen

Verein Alt Prichsenstadt besuchte Israelitischen Friedhof

Zu einer Führung auf dem Israelitischen Friedhof in Gerolzhofen hatte der Verein Alt Prichsenstadt am vergangenen Sonntag eingeladen.
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Der Verein Alt Prichsenstadt besuchte eine Führung auf dem Israelitischen Friedhof in Gerolzhofen.

Zu einer Führung auf dem Israelitischen Friedhof in Gerolzhofen – der unter anderem auch den jüdischen Mitbürgern aus Prichsenstadt, Altenschönbach, Brünnau, Kirchschönbach und Järkendorf als Begräbnisplatz diente – hatte der Verein Alt Prichsenstadt am vergangenen Sonntag eingeladen. Der Israelitische Friedhof in Gerolzhofen wurde als Bezirksfriedhof für die umliegenden Gemeinden in der Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt und durch Zukauf von Nachbargrundstücken mehrfach erweitert. Allerdings zeigte sich nach der amtlichen Schließung des Friedhofes durch die nationalsozialistischen Behörden nach der letzten „offiziellen“ Beerdigung Anfang 1942, dass man doch etwas zu sehr an eine blühende Zukunft gedacht hatte – fast die Hälfte der Friedhofsfläche ist nicht mit Gräbern belegt. Evamaria Bräuer – ausgewiesene Expertin für Fragen der jüdischen Kultur und Geschichte in Gerolzhofen sowie der umliegenden Gemeinden – gab eine aufschlussreiche Führung. Insgesamt war das Interesse an den Besonderheiten der jüdischen Beerdigungskultur und an den Grabsteinen aus Prichsenstadt und seinen Ortsteilen groß, obwohl eine Grabsteine schon verwittert sind oder durch Vandalismus während der Nazizeit zerstört wurden. Die Teilnehmer erhielten einen starken Eindruck vom Leben der jüdischen Mitbürger in der Region und spürten, dass es trotz aller konfessioneller Unterschiede über Jahrhunderte hinweg ein respektvolles Zusammenleben von Christen und Juden gab.



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