Zell am Main
Entschärfung

Verdacht auf Sprengstoff im Regionalexpress

Am Mittwochnachmittag fand ein Zugbegleiter in einem Regionalexpress Richtung Würzburg eine verdächtige Tasche. Auf einem Rangierbahnhof bei Zell untersuchten Experten die Tasche und fanden Reiseutensilien.
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Eine schwarze Tasche in einem Regionalexpress löste am Mittwochnachmittag einen Polizeieinsatz aus. Foto: Tobias Köpplinger
Eine schwarze Tasche in einem Regionalexpress löste am Mittwochnachmittag einen Polizeieinsatz aus. Foto: Tobias Köpplinger
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Bei der Abschlusskontrolle fiel dem Zugbegleiter die Tasche auf: Eine schwarze Reisetasche in der Gepäckablage der ersten Klasse. Der Regionalexpress 4788, von Nürnberg über Bamberg und Schweinfurt, war um 15.22 Uhr in Würzburg angekommen. Gleis 10. Gegen 15.40 Uhr entdeckte der Zugbegleiter die Tasche. Die Bundespolizei sperrte den Bahnsteig, ein Sprengstoff-Spürhund wurde angefordert und der zeigte an:

"USBV-Verdacht", sagt Winfried Felbinger, der Sprecher der Bundespolizei. "Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung."


Der Zug musste weg. Raus aus Würzburg. Nach Zell, ein paar Kilometer weiter, auf den Rangierbahnhof, der liegt in einem Industriegebiet. Dorthin fuhr der Lokführer den Regionalexpress, zwei Polizisten fuhren mit. Und dort stand er dann mehrere Stunden. Die Behörden hatten ein Entschärfungsteam aus Frankfurt angefordert und das traf gegen 19 Uhr am Zug ein. Die beiden Spezialisten vergrößerten den Sicherheitsgürtel und untersuchten die Tasche erneut. Röntgenaufnahmen wurden ausgewertet, dann der Entschluss. "Die Tasche darf nicht mehr bewegt werden und wird im Wagon im Gepäcknetz beschossen", erklärte Felbinger.

Im Schutzanzug kletterte einer der Entschärfer in den Zug und schoss mit einem Hochdruck-Wasserstrahl auf die Tasche.

Dann kam die Entwarnung: "Nur normale Reiseutensilien", sagte der Sprecher. Ein Hundeführer erklärte kurz darauf: Der Hund habe alles richtig gemacht. Das Tier ist darauf trainiert, bei bestimmten Stoffen anzuschlagen, die aber nicht nur in Sprengstoffen vorkommen. In der Tasche sollen sich viele Kosmetika befunden haben, sagte die Polizei. Vielleicht war das der Grund. Nach dem Bombenfund von Bonn in der vergangenen Woche sind die Behörden besonders sensibilisiert.
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