Bei seinem Ehrenamtsempfang ehrte der Kreisverband Kitzingen des Sozialverbandes VdK in der Rathaushalle seine langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter auf Orts- und Kreisebene. Den Mitarbeitern sprachen Bezirksausschussvorsitzender Heinz Heeg (Mömbris), Kreisvorsitzender Hartmut Stiller und Kreisgeschäftsführer Klaus-Peter Mai Dank und Anerkennung aus.

Heeg bezeichnete den Erfolg des VdK als großartige Gemeinschaftsleistung, die in Bayern zu aktuell fast 700 000 Mitgliedern führte. Der Bundesverband habe im Vorjahr mit der bekannten Sportlerin Verena Bentele eine junge, charmante Präsidentin bekommen. Im angelaufenen Jahr werde der VdK für verbesserte Pflege streiten und sich für höhere Renten sowie Barrierefreiheit und mehr menschliches Miteinander einsetzen. Dazu kündigte Heeg eine Großveranstaltung in München an.

Die in der Aktion "Helft Wunden heilen" gesammelten Spenden erlaubten die Unterstützung von Menschen in Not. Darüber brauche er aber vor der Versammlung nicht in Einzelheiten gehen, denn jeder sei gut informiert.

Eifrigste Sammler sind in Marktbreit

Kreisvorsitzender Stiller hatte die Versammlung mit rund 100 Teilnehmern aus der VdK-Familie eröffnet und deren Einsatz als gelebtes Bürgerengagement gewürdigt.  Erfolgreichster Ortsverband der Sammelaktion sei Marktbreit gewesen. Im Landkreis Kitzingen kamen rund 33 000 Euro zusammen, auf Landesebene 2,2 Millionen Euro.

Stiller bezeichnete die Globalisierung und die Digitalisierung als neue Herausforderungen auch für den VdK. Dabei sorge das Ehrenamt für mehr Menschlichkeit, wenn es beispielsweise um Besuche bei Kranken und Alten, zu Geburtstagen, aber auch bei Trauerfällen gehe.

Zur Mitgliederentwicklung blickte er auf das Jahr 1996 zurück, als der Kreisverband 4819 Mitglieder zählte. Zehn Jahre später seien es bereits 7279 Mitglieder gewesen und weitere zehn Jahre später dann 9561. Im Jahr 2018 sei es dann gelungen, mit 10 073 Mitgliedern am 31. Dezember 2018 die Schallgrenze nachhaltig zu überspringen. Mit dieser Entwicklung könne kein Sportverein mithalten, erklärte er unter dem Beifall der Versammlung.

Fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof

Er wolle nicht nerven, aber die Barrierefreiheit am Kitzinger Bahnhof sei und bleibe ihm ein Dorn im Auge. 2009 habe die Deutsche Bahn versprochen, den Bahnhof bis 2013 barrierefrei zu machen. Heute sei das Objekt noch nicht einmal im Programm, hingegen würden die Bahnhöfe Rottendorf und Iphofen aufgewertet, obwohl sie weniger als 1000 Zu- und Ausstiege am Tag zu verzeichnen hätten. Der VdK werde aber nicht aufgeben.

Landrätin Tamara Bischof dankte namens des Landkreises für eine unersetzliche ehrenamtliche Arbeit. Die Besuche zuhause bedeuteten viel für jeden Einzelnen, sie seien Kommunikation aber auch der Austausch alter Geschichten. Durch die herzliche und menschliche Arbeit fühle sich jeder mitgenommen.

Beratung für jedermann im Pflegestützpunkt

Ein Segen der Medizin sei es, älter zu werden, daher sorge der Landkreis für den weiteren Ausbau der medizinischen Versorgung. Das Krankenhaus sei immer wieder Thema beim VdK gewesen, jetzt gebe es weitere verbesserte Möglichkeiten in der Kardiologie mit einem hervorragenden Team, um die Patienten der Region in neuen Räumlichkeiten besser zu versorgen.

Die wirtschaftliche Lage mit wenigen Arbeitslosen schaffe neue Möglichkeiten. So sei der Aufbau eines Pflegestützpunktes in Vorbereitung, in dem es Beratung für jedermann einschließlich einer Wohnraumberatung geben werde, natürlich barrierefrei erreichbar.

Als Hausherr unterstrich Bürgermeister Stefan Güntner die Bedeutung des VdK. Auch die Blaulichtfamilie sei ehrenamtlich geprägt, verfolge aber andere Aspekte für das Ehrenamt. Beide Familien seien gleichermaßen vom Zusammenhalt in schwierigen Situationen geprägt. Das habe sich zuletzt beim Umgang mit einem tragischen Dienstunfall erwiesen. Auf in Jahren entstandene Freundschaften und Verknüpfungen lasse sich besonders in schwierigen Stunden aufbauen.

Ehrungen für ehrenamtliche Mitarbeiter: 30 Jahre: Günter Niedner (Dettelbach); 25 Jahre: Helmut Schleyer (Seinsheim); 20 Jahre: Frieda Grösch (Marktsteft), Irmgard Hartmann (Rödelsee), Michael Hartner, Ingeborg Hupp (beide Marktbreit), Karl Memmel (Volkach), Agathe Petersohn (Mainbernheim), Marianne Werner (Rüdenhausen-Wiesenbronn); 10 Jahre: Emmy Biller, Elke Danzer-Sauer, Heinrich Schuster (alle Schwarzach); 5 Jahre: Irene Ott (Prichsenstadt), Klaus Ott (Rödelsee), Annemarie Paul (Rüdenhausen-Wiesenbronn).