WIESENTHEID

VdK fordert: In die Barrierefreiheit investieren

500 Gäste in der Steigerwaldhalle in Wiesentheid: Sie bekamen bei der VdK-Großveranstaltung spannende Vorträge zu hören. Ein Thema: Barrierefreiheit.
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Fesselnder Vortrag: Schwester Teresa sprach bei ihrem Vortrag vom Verzeihen. Foto: Foto: Gerhard Bauer
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Seit 34 Jahren arbeiten der VdK-Kreisverband und der Landkreis unter dem Leitwort „einander verstehen – miteinander leben“ erfolgreich zusammen. Was 1981 erstmals als Großveranstaltung im Internationalen Jahr der Behinderten stattgefunden hatte, jährte sich am Samstag in der Steigerwaldhalle in Wiesentheid. Das Erfolgsrezept sah VdK-Kreisgeschäftsführer Klaus-Peter Mai in der Begegnungsmöglichkeit und in spannenden Vorträgen.

Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier hießt die Gäste willkommen und verwies darauf, dass VdK-Ortsgruppe mit 500 Mitgliedern ein wichtiger Verein der Gemeinde sei. Moderator Hartmut Stiller bezeichnete die renovierte Halle als einen Tagungsort zum Wohlfühlen.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Heinz Heeg (Mömbris) sprach von derzeit mehr als 83 000 Mitgliedern in Unterfranken. Der VdK, vor 70 Jahren als Verband der Kriegsopfer, Hinterbliebenen und Sozialrentner gegründet, müsse sich heute neu orientieren. So wurde die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, um vor allem die jüngere Generation anzusprechen. Dazu erinnerte er Ministerpräsident Horst Seehofer an sein Versprechen zur Barrierefreiheit. Gleichzeitig appellierte er an die Vertreter der Kommunen, an diesem Thema dran zu bleiben. Es sei eine Investition in die Zukunft, die vielen zu einem attraktiveren Umfeld verhelfe.

Zum Fachvortrag des Tages war Schwester Teresa Lukic von der von ihr gegründeten Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu in Weisendorf gekommen. Erst spät sei sie Christin geworden und von Margarete Schreinemakers als Skateboard fahrende Nonne entdeckt worden, sagte die Kroatin. Dazu habe sie eine neue Form des Gottesdienstes geschaffen, die sich vor allem bei der Jugend großen Zuspruchs erfreue. Mit neun selbst komponierten und aufgeführten Musicals sowie Gedichten und Buchveröffentlichungen will sie bei mehr als 160 Vorträgen im Jahr zeigen, dass Kirche anders sein kann. Den gespannt lauschenden Zuhörern setzte sie den Umgang mit Fehlern auseinander. Nur wer mit Fehlern umgehen könne, könne zur Persönlichkeit werden. Eine Notlüge werde bei Gott als ehrlich oder unehrlich eingestuft. Eine Sünde hingegen liege dann vor, wenn jemand bewusst gegen die Liebe handele. Über Fehler anderer rege man sich gerne auf oder zeige Schadenfreude. Das führe auch dazu, dass verletzte Menschen selbst verletzen. Schwester Teresa riet dazu, täglich zu verzeihe.

Für Landrätin Tamara Bischof kommen die Bürger regelmäßig zur Großveranstaltung, um sich zu verstehen. Darunter solche, die seit Jahren Verantwortung tragen und in ihren Orten helfen. Das zeichne die gesamte VdK-Familie aus. Ebenso wenn er Menschen hilft, die von der Bürokratie überfordert sind. Erst über den VdK hätten behinderte Menschen den ihnen gebührenden Platz in der Gesellschaft bekommen um am Leben teilzuhaben und ganz normale Arbeit zu verrichten. Gelöste Stimmung verbreitete der fränkische Kabarettist Mäc Härder.

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