Pflanzen wurden mutwillig herausgerissen, Blumenschalen entwendet: Am Iphöfer Friedhof gibt es seit geraumer Zeit Fälle von Grabschändung. Ein betroffener Bürger hat sich nun an die Stadt gewandt und Konsequenzen aus dem Frevel gefordert: Die Tore des Friedhofs sollten nachts verschlossen werden, um Taten wie diese zu verhindern. Aber hilft das wirklich?

Der Stadtrat hat diese Frage mit Nein beantwortet und sich gegen eine nächtliche Sperrung ausgesprochen. Für Bürgermeister Josef Mend ist noch nicht einmal sicher, ob die Gräber wirklich im Schutz der Dunkelheit geschändet wurden. Das könne auch am hellichten Tag passieren.

Eher persönliche Gründe

Dass es offenbar immer gegen ein und dasselbe Grab geht, spreche eher für „persönliche Ressentiments“, meinten die Stadträte Gerhard Heubach und Dieter Lenzer. „Wir werden da nichts gewinnen, wenn wir den Friedhof zusperren“, so Heubach. Und Lenzer verwies auf praktische Hindernisse: „Wenn wir zuschließen, müssten wir jeden Abend den Friedhof ablaufen und kontrollieren, ob wir keinen einsperren.“

Pfeiler am Spielplatz angesägt

Die Fälle von Vandalismus beschränken sich nicht nur auf den Friedhof. So sei auf dem Spielplatz am Ringsbühl ein Pfeiler der gerade erst sanierten Kinderseilbahn angesägt worden. Die Bahn musste daraufhin gesperrt werden. Stadtrat Rupert Maier berichtete, er sei von einem Bürger angesprochen worden, ob der Spiel- und Grillplatz nachts nicht abgeschlossen werden könne. Dort häuften sich Fälle von Ruhestörung. Mend verwies auf die aushängende Nutzungsverordnung und schloss eine Umzäunung des mehrere Hektar großen Geländes am Ringsbühl aus.

Nichts, was es nicht gibt

Auch an der nahen Kneipp-Anlage gebe es klar ersichtliche Hinweise zur Nutzung. „Trotzdem werden dort immer wieder Hunde durchgeführt, es werden Pferde durchgeführt und Melonen gewaschen, es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagte Mend.