Gestorben wird immer, bestattet ebenfalls – dies aber in den 2010er-Jahren anders, als das vielleicht noch vor 20 Jahren der Fall war. Da die Nachfrage an Urnenbestattung in Iphofen und den Stadtteilen jetzt schon bei über 50 Prozent liege, Tendenz steigend, wie Bürgermeister Josef Mend bei der Bürgerversammlung berichtete, legte die Stadtverwaltung jetzt konkrete Pläne vor, wie ein neuer Urnenfriedhof ausschauen könnte.

Ralph Schäffner vom Kitzinger Architekturbüro arc.gruen stellte einen Vorschlag für die Anlage einer solchen Begräbnisstätte auf der Grünfläche südlich vor dem bisherigen Friedhof vor. Vorab erläuterte der Architekt, dass auf einer definierten Fläche es sechs verschiedene Varianten gebe: ein Urnen-Erdgrab in Reihe, eine Urnenwand im Schrank, Urnen um ein zentrales Grabmal angeordnet, eine Urnenwiese, einen anonymen Urnenhain mit Namenstafel am Rande oder einen Friedwald.

Der Hinweis, dass beispielsweise der HSV-Fanclub eine Urnenwiese unterhalte, sorgte für großes Gelächter vor allem bei den anwesenden Fußballfans, nachdem der Hamburger Sportverein tags zuvor kläglich mit 0:5 gegen den FC Bayern im DFB-Pokal gescheitert war.

Der Clou, den Schäffner am Ende seiner Ausführungen brachte: Der neue Urnenfriedhof in Iphofen könnte sämtliche Varianten vereinen. Konkret stellt sich der Architekt eine offene Wiese in der Mitte mit Sitzgelegenheiten vor, um die herum jeweils eine Fläche für die Bestattungsvarianten vorgesehen sei. Begrenzt werden würde die Anlage von einer Mauer und einem Zaun. Jedoch werde es einen Übergang vom alten Friedhof geben, sodass die neue Fläche nicht völlig separat ist.

Unter den Bürgern wurde dieser Vorschlag positiv aufgenommen. Vereinzelt wurden jedoch Bedenken laut, der bisherige Friedhof könnte so bald zum „Geisterfriedhof“ werden, wenn der neue Urnenhain diesem quasi Konkurrenz biete. Bürgermeister Mend entgegnete, dass selbstverständlich nach wie vor Urnen-Erdbestattungen im alten Friedhof möglich seien und man andererseits nicht nur den Wünschen der Angehörigen gerecht werden wolle: Eine solche Wiesenanlage mit Freiräumen sei auch eine Begegnungsstätte für Menschen, die sich hier austauschen wollen.