Kitzingen

Urlaubsreif-Kolumne: Von Luftsäcken und Wurfzelten

Langeweile am Strand? Von wegen! Unser Kolumnist meint: Was zwischen Luftsäcken und Wurfzelten passiert, ist besser als jede Comedy-Veranstaltung.
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Foto: Eo Borucki

Es gibt Leute, die halten Strandbesuche für reine Zeitverschwendung. Weil angeblich nichts passiert. Weil es nur Sand und Wasser gibt. Und Langeweile. Aber das stimmt nicht. Es gibt jede Menge Gratis-Spaß. Man muss nur warten, bis jemand mit seinem Luftsack auftaucht. Dann heißt es: Vorhang auf.

Angeblich ist ja das Befüllen des Luft-Liegesacks kinderleicht. Man braucht weder eine Pumpe noch Marathonläufer-Lungen. Der leere Sack muss lediglich zweimal durch die Luft geschwungen werden. Dann füllt er sich auch schon von selbst mit Luft. Noch die Enden zusammenrollen, fertig! So weit die Theorie. Die Wahrheit ist: Es wird geschwungen, probegesessen, wieder geschwungen. Zufriedene Luft-Liegesack-Sitzer sieht man praktisch nie: Irgend etwas passt nie. Meistens versinken die Luft-Liegesack-Besitzer in ihrer Luft-Liege und kommen kaum wieder hoch. Bequem geht anders.

Nur wenige Handgriffe?

Meist gesellt sich zu den Luft-Liegesack-Kämpfern irgendwann auch ein Wurfzelt-Besitzer. Zunächst sieht ja noch alles cool aus: Das zusammengelegte Zelt wird lässig hingeworfen und ploppt auf wie ein Regenschirm. Die Show geht los, wenn der Heimweg angetreten wird. Dann zeigt sich, dass das Zusammenrollen nicht so ganz durchdacht ist. Meist ruft der Wurfzelt-Mann der Wurfzelt-Frau zu, dass er keine Hilfe braucht: "Sind ja nur wenige Handgriffe!"

Stunden später ruft der schwitzende und fluchende Wurfzelt-Mann dann doch seine Wurfzelt-Frau zu Hilfe. Längst haben sich Zuschauer eingefunden, um sich das Spektakel ja nicht zu versäumen. Weitere 15 Minuten später wird es dem Wurfzelt-Mann zu bunt und er herrscht seine Wurfzelt-Frau an, warum sie sich denn so selten dumm anstellt.

Alles ganz einfach

Dabei ist alles gar nicht so schwer: Ein einfaches Neuner-Faltsystem, das vier Ringe aufweist. Man muss im Grunde nur die beiden Ringe in der Mitte in Berührung mit den Ringen an der Außenseiten bringen, dreimal "Krutzitürken nochmal" rufen und darauf warten, dass aus dem Luft-Liegesack von nebenan die Luft entweicht, damit das Zusammenfalten fluffiger wird und die Sicherungsleinen besser in den mittleren Ringen flattern.

Kurzum: Das Zusammenlegen folgt einem Geheimplan und kommt in etwa einer Strickvorlage für Damenpullover gleich. Mehr Spaß, glauben Sie es mir, kann man am Strand nicht haben. 

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