Kitzingen

Unterhöhlte Häuser: Gerichtsurteil für Freitag erwartet

Der Fall der womöglich von ehemaligen Kalkstein-Stollen unterhöhlten Grundstücke am Hindenburgring Nord ist selbst für erfahrene Juristen ein spannendes Novum.
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Hindenburgring Nord: Mit möglichen Gefahren durch ehemalige Kalksteinbrüche in dem Kitzinger Wohngebiet befasst sich zurzeit das Verwaltungsgericht Würzburg.

Der Fall der womöglich von ehemaligen Kalkstein-Stollen unterhöhlten Grundstücke am Hindenburgring Nord ist selbst für erfahrene Juristen spannend.

Da es keine vergleichbare Rechtsprechung gibt, entwickelte sich das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Würzburg am Donnerstag zum Musterprozess. Wie berichtet, entstanden am Anfang des Hindenburgrings Nord in den 1960er und 1970er Jahren Wohnhäuser , die entweder am Rand oder noch über stillgelegten Bergwerksstollen aus dem 19. Jahrhundert liegen.

Die Stadt Kitzingen hatte den Hausbesitzern vor 50 bzw. 40 Jahren Baugenehmigungen erteilt, ohne auf die Gefahr möglicher Hohlräume im Hintergrund hinzuweisen. Mittlerweile hat das Bergamt Nordbayern die Große Kreisstadt verpflichtet, die Verläufe der alten Stollen in diesem Bereich auf eigene Kosten zu erkunden und sie vollständig zu verfüllen. Schließlich habe die Stadt die Gefahren für die Bewohner und ihre Gebäude verursacht, weil sie nicht vor den Hohlräumen gewarnt oder eine Bebauung ganz untersagt habe.

Gegen diesen Bescheid des Bergamts hat die Stadt vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Ihrer Ansicht nach habe sie von Stollen am Hindenburgring Nord nichts wissen können. Außerdem sieht sie das Bergamt – zumindest anteilig – mit in der Pflicht, für die Sicherheit zu sorgen und dafür zu zahlen.

Vor Gericht machten die streitenden Parteien im Beisein einiger beigeladener Hausbesitzer ihre unterschiedlichen Positionen deutlich. Am Ende verkündete der Vorsitzende, dass die Beteiligten am Freitagmorgen den Tenor des Urteils abfragen können (wir berichten).

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