Ausgepowert? Lustlos? Nach 30 Jahren langsam die Nase voll? Von wegen! Bei den fünf Frauen des Wiesenbronner "Dreiklangs" ist von all dem nichts zu spüren. Das Quintett feierte das 30-jährige Bestehen ihrer Truppe am Wochenende mit vollem Elan.
Bei ihren Auftritten ist die Begeisterung zu spüren, mit der das Quintett seine Lieder singt. Unter der Überschrift "Älter - frecher - bunter - Der Dreiklang wird 30" sprang in der Scheune des Weinguts Fröhlich der Funke schnell aufs Publikum über. Das hatte seine helle Freude an der Vielfalt der Lieder, die vom fränkischen Lied bis hin zu Schlagern reichte.

Garniert wurden die Liedvorträge mit einer Art Modenschau, bei der heimische Dirndlversionen präsentiert wurden.

Dabei erfuhren die Zuhörer auch, dass bis auf Barbara Ackermann, derzeit in anderen Umständen, Kathrin Stenger, Antja Polat, Annette Schmidt und Barbara Becker in Tracht aus indischem Sari-Stoff auftraten.
Im Vordergrund stand natürlich die Musik. Bekannte hei-mische Lieder wie "Heut tanz mer unnern Betzen naus" erklangen ebenso wie "Lollipop", "Irische Segenswünsche" oder "Bajazzo". Besonders beliebt: die Schelmenlieder mit Seitenhieben auf die Männerwelt, die im Lied von der "Midlife-Crisis" ebenso ihr Fett weg bekam wie in der "Heikligen Gschicht", in der der Bursch seinen Vater um Beistand für eine Eheschließung bittet. Da er erfährt, dass beide Kanditatinnen eventuell seine Schwestern sein könnten, geht er betrübt zur Mutter, die ihm eröffnet, dass er ruhig eine von beiden nehmen kann, "denn beim Vater ist es auch nicht gewiss, ob er dein Vater ist". Etliche fränkische Lieder, die eigentlich gegen das so genannte schwache Geschlecht gerichtet sind, wurden von den Frauen umgedichtet, um auf gesangliche Weise Seitenhiebe auf die Männerwelt austeilen zu können.
Begonnen hat die Geschichte des "Dreiklangs" vor 30 Jahren, als Erna Paul eine Gesangsgruppe für den Weinfestempfang suchte und bei Mina Hader, der langjährigen Leiterin der Truppe, Unterstützung fand. Sie trommelte neun Mädchen zusammen und so erklangen beim damaligen Empfang die ersten beiden Lieder aus den Kehlen der Sängerinnen. In den ersten Jahren konzentriert man sich auf fränkische Lieder, bis dann nach und nach das Repertoire erweitert wurde. Auch als etliche Mädchen absprangen, fiel die Truppe nicht auseinander: "Da hat uns die Disco ganz schön dazwischen gefunkt", erzählte Kathrin Stenger aus dieser Zeit. Sie ist zusammen mit Barbara Becker und Antja Polat von Anfang an dabei und betont: "Es hat zu jeder Zeit Spaß gemacht und wir könnten heute noch einen ganzen Abend mit fränkischen Liedern gestalten."
Dass man so lange durchgehalten hat, ist für Barbara Becker ein Beweis dafür, dass Singen verbindet. "Vom Charakter her sind wir nämlich ziemlich verschieden." Einen weiteren Grund für den Zusammenhalt sieht sie darin, dass beim Singen und Musizieren heimischen Liedguts echte Volksmusik gemacht wird. "Das haben wir auch immer bei den anderen Gruppen gespürt, die sich dieser Art Musik widmen". Schöne fränkische Lieder - "da gehören auch die besinnlichen dazu" - seien schließlich auch ein Grund dafür, dass die Begeisterung vieler für die heimischen Lieder und damit auch für solche Veranstaltungen nach wie vor ungebrochen ist: "Und wir haben bei den verschiedensten Auftritten die nettesten Leute kennen gelernt".

Der "Dreiklang", der übrigens seinen Namen aufgrund des dreistimmigen Gesangs hat, ist seit etlichen Jahren bei verschiedensten Gelegenheiten, vom Wirtshaussingen über Volksmusiktage und Sänger- und Musikantentreffen bis hin zu Advents- und Weihnachtskonzerten zu hören.

Inzwischen hat das Quintett auch schon eine CD aufgenommen. Wen wundert's, dass ans Aufhören überhaupt nicht gedacht wird. "Ich denke, dass wir die nächsten 20 Jahre bis zum 50-jährigen Jubiläum auch noch schaffen", mutmaßte Kathrin Stenger und erntete dafür starken Applaus beim Publikum.