Kitzingen

Unerwartetes Problem: Zu viele freie Plätze im Schülerhort

Die Anmeldungen für den neuen Schülerhort gehen drastisch zurück. Mehr als ein Drittel der Plätze ist immer noch frei. Zuvor hatte die Stadt die Gebühren kräftig erhöht.
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Kitzingen hat einen schönen, nagelneuen Kinderhort, der aber nicht auf die erwartete Nachfrage stößt. Foto: Siegfried Sebelka (Archiv)

Die Anmeldezahlen für den neuen Schülerhort in der Stadt Kitzingen gehen zurück. Gab es im letzten Jahr zum gleichen Zeitpunkt so viele Anmeldungen, dass die 75 Plätze belegt gewesen wären, so sind es momentan nur zehn Voranmeldungen für das neue Schuljahr. Ohnehin sind derzeit nur 50 der 75 Plätze belegt, doch zum Ende des Schuljahres verlassen 15 Schüler den Hort, da sie die Grundschule verlassen. Nach aktuellen Zahlen würden somit nicht einmal 50 Schüler den Hort besuchen.

Gebühren wurden drastisch erhöht

Zum 1. September hatte der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt in Unterfranken die Trägerschaft des neuen Hortes übernommen, der im Zuge des Umbaus und der Erweiterung der Grund- und Mittelschule Kitzingen-Siedlung entstanden war. Dorthin zog die Einrichtung am 5. November um, nachdem sie zuvor in den Marshall Heights behelfsmäßig untergebracht war. Über die Gründe für den Rückgang der Anmeldungen tauschte sich die Stadtverwaltung mit Hortleiterin Michaela Schilling und Alexandra von Bassen, Referentin für Projektmanagement bei der AWO, aus. Zum einen gebe es viele alternative und vor allem günstigere Betreuungsangebote, zum anderen habe die Erhöhung der Hortbeiträge die Eltern finanziell mehr belastet als zuvor.

Nun können auch Fünft- und Sechstklässler kommen

Da die Gebühren des Kitzinger Schülerhortes an andere Horte angepasst wurden, stieg die Gebühr für eine Betreuung über drei bis vier Stunden innerhalb von zwei Jahren in zwei Schritten von 95 auf 147 Euro, über vier bis fünf Stunden von 105 auf 156 Euro, über fünf bis sechs Stunden von 115 auf 165,50 Euro und über sechs bis sieben Stunden von 123 auf 175 Euro. Die Erhöhungen lagen somit je nach gebuchter Betreuungszeit zwischen 42 und 55 Prozent. Dazu kommt eine monatliche Pauschale von 15 Euro pro Kind, falls es mit dem Bus zum Hort fährt. "Wir haben die Eltern zuvor mit sehr niedrigen Gebühren verwöhnt. Aus zu günstig ist zu teuer geworden, dadurch wurden einige Eltern verprellt", räumte Hauptamtsleiter Ralph Hartner ein.

Um das Image des Hortes aufgrund einer zu geringen Auslastung nicht zu gefährden, wird das Konzept für Kinder aus der 5. und 6. Klasse erweitert. Zudem stimmte der Stadtrat zu, den Eltern, falls anfallend, die zusätzlichen Buskosten zu erlassen (25:2). "Der Hort hat seine Berechtigung. Außerdem ist es nie schlecht, mehr Raum als momentan benötigt zur Verfügung zu haben", meinte Oberbürgermeister Siegfried Müller. Hartner betonte, dass mit der AWO "ein sehr erfahrener Träger" die Schulkindbetreuung übernommen habe. Die Vorzüge des Hortes, darunter die enthaltene Ferienbetreuung sowie Hausaufgabenbetreuung und zusätzliche Lerngruppen, sollen durch geeignete Werbemaßnahmen intensiver kommuniziert werden.

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