Kitzingen
Kontroverse

Umzug des Staatsarchivs bleibt Zankapfel

Ein vernichtendes Urteil fällt der SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal über Pläne, das Staatsarchiv von Würzburg nach Kitzingen zu verlegen: Hohe Kosten, kein Konzept.
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Umstrittenes Projekt: Das Staatsarchiv soll von den zwei Standorten in Würzburg umziehen nach Kitzingen in den Innopark. Das Konzept erläuterten seinerzeit der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf und Inhaber Bernhard Beck.

Die Kontroverse um die mögliche Verlagerung des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen bleibt weiter auf Touren. Unter der Überschrift „Hohe Kosten, kein Konzept“ stemmt sich der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal gegen die Pläne von Finanzminister Markus Söder. Alleine der Umzug der Berge von Akten und Urkunden werde satte 290 000 Euro verschlingen, so der Abgeordnete in einer Stellungnahme.

Beim Widerstand gegen den Umzug in ein Riesengebäude im Kitzinger Innopark (ehemalige Larson-Kaserne) ist Rosenthal in guter Gesellschaft. Die bayerischen Interessenvertreter der Archivare haben sich ebenso gegen den Umzug von 24 Regal-Kilometern und 17 Archivangestellten aus der Universitätsstadt ausgesprochen, wie auch etliche Wissenschaftler und Heimatforscher.

Ein klares Ja kommt dagegen aus dem Kitzinger Stadtrat, der sich Ende Juli mit 24 zu drei Stimmen dafür aussprach, „alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit das Staatsarchiv nach Kitzingen kommt.“

Angesichts der Tatsache, dass die Umzugspläne schon seit März bekannt sind, zeigt sich das bayerische Kultusministerium eher planlos, wie die Antworten auf eine Anfrage von Rosenthal zeigen. „Hierzu können derzeit noch keine konkreten Angaben gemacht werden“ – dieser Satz findet sich mehrfach, unter anderem zum Zeitplan für den Umzug, zur Zahl der betroffenen Beschäftigten oder zu den Umbaukosten.

Dazu gibt's den Kommentar von Rosenthal: Für den Umzug und den neuen Standort in Kitzingen gebe es kein Konzept, auch die Mehrkosten für den Steuerzahler, für Forscher oder Angestellte seien ungeklärt.

Ein Stück Klarheit könnte – möglicherweise – der 1. September bringen: An diesem Tag hat sich Finanzminister Söder in Kitzingen angesagt. Der will das 620 Meter lange Bürogebäude im Innopark anschauen, das seit 2006 leer steht und als neue Bleibe für die Archivalien vorgesehen ist. Die vom Staatsarchiv für nötig gehaltenen 7000 Quadratmeter Fläche sind laut Darstellung des CSU-Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf dort vorhanden.

Der Abgeordnete hatte sich für den Standort Kitzingen eingesetzt, als klar wurde, dass das Staatsarchiv in Würzburg eine neue Heimat finden muss. Das Archiv mit seinen rund acht Millionen Einheiten verteilt sich bislang auf die Standorte Residenz und Festung. Den Marienberg muss die Einrichtung aber räumen, weil das Mainfränkische Museum in der Festung komplett neu auf- und umgebaut wird.



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