Volkach

Umweltschützer machten gegen Sand- und Kiesabbau mobil

Wird die Mainschleife zur Lochschleife? Genau das befürchtet Elmar Erhard vom Verein Lama. Der ist Teil eines Aktionsbündnisses gegen die Vorgehensweise der Firma LZR.
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Sie wollen für den Erhalt der Kulturlanschaft an der Mainschleife kämpfen: Die Vertreter des Aktionsbündnisses erläuterten bei der Infowanderung ihre Ziele. Foto: Guido Chuleck
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Eigentlich würde der Astheimer Elmar Erhard den Blick von der Vogelsburg über die Mainschleife in Richtung Volkach genießen können. Doch mehr und mehr glaubt Erhard, Vorsitzender des Vereins Landschaftsschutz Mainschleife (Lama), "dass aus unserer Mainschleife eine Lochschleife werden könnte". Lochschleife deshalb, weil die Firma LZR den Sand- und Kiesabbau  an der Mainschleife nicht nur seiner Meinung nach übertreibt. "Da entsteht Loch an Loch zum Sand- und Kiesabbau", pflichtete ihm Andrea Rauch von der Ortsgruppe Volkach der Grünen in einer Informationsveranstaltung am Main bei: " Da werden Gruben ausgebaggert und nicht renaturiert. Wir wollen unsere einmalige Landschaft schützen." Eine Landschaft, für die sich Erhard wünscht, "dass unsere Enkel vielleicht auch mal in den Genuss kommen, den Hochzeitstanz der Hasen live erleben zu können, wie ich es schon als Kind erleben durfte".

Mit dem Ansinnen, die Kulturlandschaft zu erhalten, wandte sich ein Bündnis aus Bund Naturschutz (Vorsitzender: Willi Freibott), die Grünen Volkach (Regina Hetterich), Lama (Erhard) und Bürgerinitiative Erhalt der Nordheimer Au (Björn Schotta) in dieser Veranstaltung an die gut 100 Männer, Frauen und Kinder. Sie waren nach einem lockeren Spaziergang von der Mainbrücke Volkach zur Floßanlegestelle hinter der Bördleingrube gekommen. Auch dort an Astheims Mainufer hat LZR einen Standort.

Unter den Teilnehmern waren auch viele Familien mit Kindern und Hunden, und auch einige Radfahrer unterbrachen für die Informationen ihre Radwanderung. "Wir wollen die Verantwortung für unser Vorhaben, nämlich unsere Kulturlandschaft am Main zu erhalten, auf breite Schultern stellen", fasste Schotta zusammen.

"Wir wollen die Verantwortung für unser Vorhaben, nämlich unsere Kulturlandschaft am Main zu erhalten, auf breite Schultern stellen."
Björn Schotta, BI Erhalt der Nordheimer Au

Eine solche Schulter könnte auch die noch zu gründende Ortsgruppe der Grünen in Dettelbach sein, sagte Bernd Müller aus Neuses am Berg. "Der Main endet nicht an der Gemarkungsgrenze Volkach, er geht noch sehr viel weiter", so Müller. Am 27. Februar soll ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Zum Franziskaner der Ortsverband aus der Taufe gehoben werden – und nicht Wenige der Anwesenden signalisierten bereits Interesse.

Es seien schon "sensible Lebensbereiche für Flora und Fauna in unserer einzigartigen Mainschleife", sagte Willi Freibott. Er brachte den Grünordnungsplan ins Gespräch, den der Stadtrat Volkach beschlossen hatte. "Dadurch", so Freibott weiter, "sollen Vernetzungsachsen zu den sandgebundenen Lebensräumen des Naturschutzgebietes mit seiner hochgradig gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt geschaffen werden." Und deshalb sollte dieser Grünordnungsplan in Richtung Escherndorf erweitert werden. Und noch eine LZR-Baustelle erregt den Unmut der Naturschützer:  der Sand- und Kiesabbau von LZR am Elgersheimer Hof bei Fahr. Dessen weitere Verlängerung hatte der Volkacher Stadtrat vor kurzem abgelehnt .

Nach einer guten halben Stunde machten sich die Wanderer wieder auf den Heimweg, sehr darauf bedacht, die von den Kindern während der Veranstaltung gebauten Tipis aus Holz und Moos nicht zu zerstören. Denn während die Erwachsenen geredet hatten, hatten die Kinder gehandelt.

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