Kitzingen

Umweltpreise 2018: Von Elefantengras und Nistkästen

Landrätin Tamara Bischof hat Ehrenamtliche für ihren Einsatz für den Naturschutz geehrt. Dabei zeigte sich auch, warum das Beobachten von Vögeln sehr nützlich sein kann.
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Übergabe des Umweltpreises des Landkreises Kitzingen 2018 (v.l.): Landrätin Tamara Bischof, Albert Grebner, Elke Wichert und Manfred Auer. Foto: Corbinian Wildmeister

Trockenheit, geringe Waldbestände und Sonderkulturen wie der Weinbau, die viel Wasser brauchen: Diese und andere Herausforderungen für die Natur im Landkreis Kitzingen zälte Landrätin Tamara Bischof bei der Übergabe der Umweltpreise 2018 am vergangenen Montag auf. Angesichts dieser Problemlagen sei das Engagement von Ehrenamtlichen, die sich dem Umwelt- und Naturschutz verschrieben haben, umso wichtiger, so die Landrätin. Seit 1996 zeichnet der Landkreis diesen Einsatz mit einem Preis aus. Bei einem Festakt im Landratsamt ehrte Bischof in diesem Jahr drei Bürger. 

Naturschutz selbstverständlich

Den ersten Preis im Wert von 250 Euro erhielt Jäger und Landwirt Albert Grebner, der sich auf verschiedene Weise für den Umweltschutz im Landkreis Kitzingen einsetzt. "Für mich als Bauernsohn ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Früher war es üblich, dass jeder respektvoll mit der Natur umgeht", sagte Grebner. Seit 1986 ist er als ehrenamtlicher Naturschutzwächter für die Untere Naturschützbehörde tätig. In Jagdversammlungen und bei monatlichen Stammtischen informiere er Landwirte und Bürger aus Järkendorf über die Belange des Naturschutzes, sagte Landrätin Tamara Bischof. Grebner sorge dafür, dass Verstöße in der Natur wieder in Ordnung gebracht werden, und organisiere auch Flursäuberungsaktionen in der Gemarkung Järkendorf.

Darüber hinaus liege ihm das Vorkommen des Ortolans, einer Vogelart aus der Familie der Ammer, sehr am Herzen, so die Landrätin. Seit einigen Jahren bewirtschafte er rund 2,5 Hektar seiner Flächen im Sinne der Artenhilfsmaßnahme für den Ortolan. Er trage auf diese Weise zu einer Stabilisierung des Lebensraumes des Zugvogels bei. Auch den Anbau von Elefantengras auf zwei von Grebners Ackerflächen hob die Landrätin positiv hervor. Hier fänden Rehbock, Rebhuhn, Fasan und auch Hasen im Winter Deckung. 

Engagement für den Bund Naturschutz

Der zweite Preis ging an Elke Wichert, die Vorsitzende der Ortsgruppe Mainbernheim des Bund Naturschutzes in Bayern. Wichert betreue 100 Mitglieder aus Mainbernheim und Iphofen, berichtete Bischof. Für die Publikation der Kreisgruppe liefere sie anspruchsvolle Fotos für die Publikationen der Kreisgruppe.

Zudem leite sie, über das Jahr verteilt, verschiedene Kräuter-, Biber-, Fledermaus- und Pflanzenführungen. Außerdem setze sich Wichert für den Erhalt und die Pflege des Eichelsees und der stadtbildprägenden Mauergärten sowie des alten Bahndammes in Mainbernheim ein.

Nistkästen und Vogelbeobachtung

Für sein Engagement für Vögel hat die Landrätin Manfred Auer mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Um Käuzen, Eulen und sonstigen Vögeln Nistmöglichkeiten zu bieten, hängt Auer Nistkästen auf. Im Winter füttere er bei Bedarf auch Vögel. Ein besonderes Anliegen sei Auer das Beobachten von Vögeln, insbesondere des Rotmilans und der Wiesenweige. Die Beobachtungslisten, die dabei entstanden sind, habe er in der Vergangenheit mehrfach der Unteren Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt. Diese seien eine wertvolle Hilfe gewesen, wenn es um die Genehmigung von Windkraftanlagen ging.

Durch seine Beobachtungen finde Auer in den Gemarkungen Hopferstadt und Gaukönigshofen Wiesenweihenbrutplätze, die er dann dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern meldet. Er kümmere sich auch um die Kennzeichnung und Absperrung der Nester, damit die Landwirte bei der Bewirtschaftung ihrer Äcker Rücksicht auf die Brutplätze nehmen können.

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