WIESENTHEID

Umgehungsstraße: Große Chance für Bürger und Ort

Fast schon traditionell eher mäßig besucht war wieder einmal die Bürgerversammlung in Wiesentheid selbst. Zieht man die Gemeinderäte und die im Rathaus Beschäftigten ab, waren es gerade mal 25 Bürger, die gekommen waren.
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Wiesentheid
Foto: Andreas Stöckinger

Fast schon traditionell eher mäßig besucht war wieder einmal die Bürgerversammlung in Wiesentheid selbst. Zieht man die Gemeinderäte und die im Rathaus Beschäftigten ab, waren es gerade mal 25 Bürger, die gekommen waren.

Zum künftigen Aussehen des Orts und dem Projekt Umgehung wollte Hans-Peter Lang wissen, warum die Gemeinde nicht als ersten Schritt die Trasse im Norden der Gemeinde, etwa von der Abfahrt der B286 in Richtung Prichsenstädter Straße und dann zur Reupelsdorfer Straße angehe. Das würde den Ortskern doch schneller entlasten, wo täglich bis zu 7800 Fahrzeuge am Rathaus vorbei führen, wie Bürgermeister Werner Knaier zuvor ausführte.

„Es geht nicht von heute auf morgen, den Verkehr aus dem Ort zu bringen.“

Bürgermeister Werner Knaier zum Thema Umgehung

Knaier erläuterte die Situation. Zum einen stünde auf der Nordseite eine Flurbereinigung der dort gelegenen landwirtschaftlichen Flächen an, was Zeit brauche. Dazu sei dort der Bau der Straße wegen zweier Bachläufe und der Bahnlinie schwieriger und bedürfe mehr Vorlauf. „Von heute auf morgen wird es nicht gehen, den Verkehr aus dem Ort zu bringen“, meinte Knaier.

Er rechnete, dass die gesamte Trasse der Umgehung bei günstigem Verlauf bis 2018 fertig sein könnte. Die Umgehung werde nicht für die Unternehmen gebaut, sondern „für die Bürger, damit der Schwerlastverkehr aus dem Altort raus kommt“, stellte Gemeinderat Stefan Möhringer einen Einwand Langs klar. Ratskollege Heinrich Wörner nannte es eine große Chance, die sich dadurch für den Ort ergebe.

Weiter schilderte Knaier, warum zunächst Straßen im Ort mit der Neumannstraße und dem Neßtfellplatz ausgebaut werden, für deren Unterhalt der Staat zuständig ist. Das bedeute, dass der Freistaat die Kosten für den Ausbau komplett übernehme und die Anlieger keine Beiträge zahlen müssten. Später könnte die Straße abgewertet werden und an die Gemeinde fallen. Dann müssten laut Knaiers Schilderung Beiträge von den Anliegern erhoben werden. „Auf uns kommen also keine Gebühren zu“, fragte Lang noch einmal. Bürgermeister Knaier bestätigte das.

Zur Situation am Heckenbergweg fragte Raimund Ruppert nach. Er habe sich kürzlich über die überraschende Sperrung des beliebten Fußwegs im Ortskern gewundert. „Sehr schwierig“, sei die Situation dort, so Bürgermeister Knaier. Der Weg liege auf Privatgrund, obwohl dort Versorgungsleitungen verliefen. Die Gemeinde sei am Verhandeln mit den Besitzern wegen der Trasse, hieß es.

Zu dem in Bau befindlichen Ärztehaus im Gewerbegebiet fragte Rosemarie Lang nach. Bald gebe es keine Arztpraxis mehr im gesamten Altort, was gerade für ältere Menschen ohne Fahrzeug beschwerlich werde. Das wisse man, es habe jedoch kein entsprechendes Grundstück im Ortsbereich gegeben, das für eine zeitgemäße Praxis zur Verfügung gestanden habe, antwortete das Ortsoberhaupt. Hier sprach Knaier das Thema Bürgerbus an, über dessen Einrichtung die Gemeinde ernsthaft nachdenkt. Das wäre eine Möglichkeit, um Senioren aus dem Ort zum Einkaufen, beziehungsweise zu den Ärzten zu befördern.

In seinen Ausführungen trug Bürgermeister Knaier Zahlen, wie geplante Projekte seiner Gemeinde vor. So verzeichnete Wiesentheid zum Jahresende mit 4701 Einwohner ein leichtes Plus. In dem mit 14,5 Millionen Euro verabschiedeten Haushalt sind 5,9 Millionen Euro für Baumaßnahmen vorgesehen. „Wir haben dieses Jahr ein volles Programm“.

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