OBERNBREIT

Umgebaute Synagoge festlich eingeweiht

Mit einem großen Festakt wurde am Sonntag die ehemalige Synagoge in Obernbreit nach aufwendigen Umbauarbeiten eröffnet und eingeweiht: „Als ein Ort des Erinnerns, des Gedenkens und der Begegnung soll sie dienen“, sagte der Vorsitzende des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit, Friedrich Heidecker.
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Endlich fertig: Das Grußwort für die jüdische Gemeinde bei der Wiedereröffnung der Synagoge am Sonntag sprach Rabbiner Jakov Ebert aus Würzburg. Foto: Foto: Thomas Meyer

Mit einem großen Festakt wurde am Sonntag die ehemalige Synagoge in Obernbreit nach aufwendigen Umbauarbeiten eröffnet und eingeweiht: „Als ein Ort des Erinnerns, des Gedenkens und der Begegnung soll sie dienen“, sagte der Vorsitzende des Träger- und Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit e.V., Friedrich Heidecker, in seinem Grußwort. Den Riesen-Schlüssel überreichte ihm symbolisch Architekt Christian Küster.

Bürgermeister Bernhard Brückner begrüßte die zahlreichen Gäste im Namen der Marktgemeinde Obernbreit und des Trägervereins, der im Oktober 2005 gegründet wurde. „Die Umbauarbeiten dauerten ein Jahr. Die Synagoge blickt bereits auf eine 265-jährige Geschichte zurück“, erinnerte Brückner. Im Anschluss sprachen Pfarrer Adam Possmayer und Pfarrer Udo Strack als Vertreter des christlichen Glaubens. Pfarrer Possmayer mahnte Anerkennung und den Respekt für das Anderssein als Voraussetzung für Frieden, Toleranz und Verständigung an. Pfarrer Strack erinnerte in seinem Beitrag an seinen Amtsvorgänger Pfarrer Helmut Walz, der durch seinen großen Einsatz die Dinge ins Rollen gebracht habe.

Hochzeitsstein nur in Deutschland

Für den jüdischen Glauben sprach der Rabbiner Jakov Ebert ein Grußwort. Er erklärte, dass der damals von Pfarrer Walz entdeckte und restaurierte Hochzeitsstein (Chupastein) nur in Deutschland üblich gewesen sei. „Der Bräutigam zerbrach bei der Hochzeit ein Glas daran.“ Regierungspräsident Paul Beinhofer erinnerte anschließend an die lange Tradition der Landjuden in Unterfranken, besonders im Kitzinger Land. Auch Landrat Wilhelm Sturm erinnerte an die Schwarzenberger Juden und ihre wichtige Rolle.

Unbeirrbarer Idealismus

Der Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Professor Johannes Egon Greipl, hielt die längste Festrede. Er lobte den unbeirrbaren Idealismus der Vereinsmitglieder und erinnerte, dass die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Obernbreit bis zum 30-jährigen Krieg zurückzuverfolgen ist.

„Bereits im 19. Jahrhundert erfolgte eine große Abwanderung in die Städte und nach Amerika, 1910 wurde das jüdische Gemeindezentrum in Obernbreit wegen zu wenig Mitgliedern aufgegeben, man schloss sich der Marktbreiter jüdischen Gemeinde an.“ Ein Zeitungsinserat vom 27. April 1911 belegt dies.

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