Wiesenbronn

Ulrike Paul will gemeinsam Wiesenbronn nach vorne bringen

Ulrike Paul, Bürgermeisterkandidatin der Liste Wiesenbronn gemeinsam, will den Ort in die Zukunft führen. Unterschiede sind ihr willkommen, auf Kämpfe will sie verzichten.
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Auch bei schlechtem Wetter Ulrike Pauls Lieblingsplatz in Wiesenbronn: die Weinberge beim Kreuz. Foto: Julia Lucia
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Indien, Singapur oder China – Ulrike Paul hat viel von der Welt gesehen. Für die Lufthansa war sie rund um den Globus unterwegs. "Aber sobald ich von Rüdenhausen kommend unseren Kirchturm gesehen habe, war ich froh, dass ich sicher wieder da bin", sagt die 55-jährige Wiesenbronnerin. "Da bin i dahem." Deswegen will sie im März bei den Kommunalwahlen auch ins Wiesenbronner Rathaus einziehen.

Aufgewachsen ist sie in Würzburg, aber eigentlich "habe ich meine Jugend in Wiesenbronn verbracht", denn sie war regelmäßig bei der Verwandtschaft und für die Weinlese wurde sie sogar von der Schule befreit. Der Liebe wegen landete sie dann vor 33 Jahren endgültig am Fuße des Schwanbergs.

Unterschiedliche Meinungen machen es bunt

Nach 20 Jahren hörte Paul mit der Fliegerei auf, machte eine Weiterbildung zum Officemanager und Qualitätsmanagementfachkraft und arbeitet jetzt als Gebietsleiterin für eine Fertighausfirma. Sie betreut Nordbayern, das Saarland und Rheinland-Pfalz. "Aber ich habe ein Büro zu Hause und sollte ich gewählt werden, begrenze ich mein Gebiet auf Nordbayern." Zu den Häusern ist sie gekommen, weil es ihr Spaß macht, "etwas zu schaffen, etwas zu bauen".

"Ich will etwas bewegen", sagt sie. Das möchte sie auch als Wiesenbronner Bürgermeisterin tun. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und gemeinsam mit den Bürgern. Deswegen heißt ihre Liste auch Wiesenbronn gemeinsam. "Mit Kämpfen machen wir uns gegenseitig das Leben schwer. Das verbrennt viel Energie", sagt der Politikneuling. "Unterschiedliche Meinungen dürfen es aber schon sein, denn sie machen es bunt."

"Wir wollen den Laden zurückhaben und die Bürger müssen ihn unterstützen."
Bürgermeisterkandidatin Ulrike Paul über den Krämerladen

Sollte sie gewählt werden, möchte Paul – übrigens weder verwandt noch verschwägert mit der Bürgermeisterin Doris Paul – sich in die anstehenden Projekte einarbeiten, zum Beispiel ins Thema Umgehungsstraße: "Jetzt verbindliche Aussagen dazu zu machen, wäre unseriös", erklärt sie. Auch das Kläranlagen-Problem müsse schnell gelöst werden. "Unsere Landwirte und Winzer müssen wissen, was auf sie zukommt."

Weiteres drängendes Problem: der geschlossene Krämerladen. Für Paul fehlt damit der soziale Treffpunkt im Ort. "Das muss sich ganz schnell wieder ändern", erklärt sie. "Wir wollen den Laden zurückhaben und die Bürger müssen ihn unterstützen." Deutlich spricht sich Paul aber gegen eine Genossenschaft für den Krämerladen aus. "Es muss ohne freiwillige Helferlein gehen", sagt sie und spricht aus ihrer Erfahrung, als sie ehrenamtlich den christlichen Buchladen Praise in Kitzingen organisiert hat. "Das kostet zu viel Opfer, sagt sie.

Patenschaften für Neubürger, Lotsen für Schüler

Aufs Ehrenamt setzt sie aber schon. Schülerlotsen sollen helfen, die Buben und Mädchen sicher zur Bushaltestelle zu bringen. Außerdem will sie prüfen lassen, ob ein Zebrastreifen möglich wäre. Neben den Kleinen liegen Paul auch die Jugendlichen, die Senioren und die Zugezogenen am Herzen. So stellt sie sich zum Beispiel Patenschaften für Neubürger vor. "Unsere Goldies haben soviel Wissen, das sie weitergeben können, ja müssen", sagt sie. Was sich die Goldies – "Senioren hört sich so verstaubt an." – für Wiesenbronn wünschen, was sie brauchen, sollen sie Paul sagen.

Ebenso fordert sie die Wiesenbronner Jugend auf, sich Gedanken zu machen. "Ideen müssen aktiv von unseren Youngstern kommen", erklärt sie. Kinoabende, gemeinsames Kochen oder Handarbeiten? Paul kann sich vieles im neu geplanten Gemeindehaus vorstellen. "Ich bin offen für alles und will allen zuhören", erklärt sie. "Es gibt einen Grund, warum der Mensch zwei Ohren und einen Mund hat."

Ulrike Paul
Alter: 56 
Partei: Wiesenbronn gemeinsam
Wohnort: Wiesenbronn
Beruf: Gebietsleiterin für eine Fertighausfirma, vorher: Vorgesetzte im fliegenden Dienst
Ehrenämter: aktuell keine; "Das war durch den Flugdienst einfach nicht machbar."
Familienstand: verheiratet, ein erwachsener Sohn
Hobby: Musik (Gitarre und Klavier), Mountainbike und Ski fahren, Kochen, Natur

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

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