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Volkach

Udo Gebert will als Bürgermeister Volkachs Glücksbringer sein

Freier Wähler, schwarzes Blut: Schornsteinfeger Udo Gebert möchte als Bürgermeister mit den Volkachern im Gespräch bleiben. Und Bauplätze schaffen in jedem Ortsteil.
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Udo Gebert, Bürgermeisterkandidat der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Volkach, hat seinen Lieblingsplatz über den Dächern Volkachs. Das Foto wurde auf dem Dach des Sonnenhotels Weingut Römmert aufgenommen. Foto: Barbara Herrmann
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Eines hat Udo Gebert den anderen vier Bürgermeisterkandidaten Volkachs voraus: den Blick von oben auf die Stadt und ihre Ortsteile. Den kennt und liebt er – auch vom Dach des Weinhotels Römmert auf seine Stadt. Aber hat der Kaminkehrermeister damit einen besseren Überblick? Jedenfalls hat er den besten Einblick in alle Haushalte. Wohl kein politischer Konkurrent kann von sich behaupten, an fast jeder Haustür Volkachs geklingelt zu haben. Udo Gebert als Bezirksschornsteinfeger schon.

Der 38-Jährige mag seinen Job, auch weil er dabei so oft mit den Leuten ins Gespräch kommt – und nebenbei gerne die Arbeit des Volkacher Stadtrates erklärt. Das fortzuführen, wäre ihm auch als Bürgermeister wichtig. Im Fall eines Siegs bei der Kommunalwahl am 15. März würde er seine Firma und die vom Bezirk vergebene Stelle als Schornsteinfeger aufgeben. Ein Risiko, weil er nicht einfach zurückkehren kann. Aus seiner Sicht ein Vorteil für die Bürger: "Ich müsste mich sechs Jahre so reinhängen, dass die Leute sagen: Der hat seine Sache gut gemacht." Und ihn wiederwählen.

Der Traum vom Bürgermeisteramt

Bürgermeister von Volkach zu sein, sagt Gebert, "war schon immer ein Traum". Seit in der 6. Klasse Lehrer (und CSU-Stadtrat) Reinhold Reichl dem jungen Udo das Thema Kommunalpolitik näherbrachte, "fand ich das cool". Das erzählt Volkachs Dritter Bürgermeister beim Espresso im Foyer des Weinhotels nach dem frostigen Fototermin.

Als Nummer eins würde er sein Augenmerk auf die Wohnungssituation legen. "Ich hätte gerne in jedem Ortsteil Bauplätze in städtischer Hand." Er wisse um die Not junger Familien, die bauen wollen, aber nichts finden. Dazu gehört für ihn auch, den Flächennutzungsplan endlich zu überarbeiten sowie Bau- und Gewerbeflächen langfristig zu entwickeln.

"Ich würde das Freibad erhalten wollen, aber nicht um jeden Preis."
Bürgermeisterkandidat Udo Gebert (FWG)

Ebenso vieldiskutiert ist in Volkach das Thema Freibadsanierung. Gebert äußert sich zurückhaltender als Vertreter anderer Parteien: "Ich würde das Freibad erhalten wollen, aber nicht um jeden Preis." Ohne jegliche Förderung sei ein Plan B nötig, glaubt Gebert, betont aber: "Wenn wir die Förderung kriegen, packen wir's an."

Weitere Themen für ihn sind ein funktionierender ÖPNV ("nur so bleiben wir ein guter Wohnstandort") mit der Reaktivierung der Mainschleifenbahn bis Würzburg und das Zusammenspiel von Tourismus und Bürgern. Er selbst wohnt mit seiner Frau seit gut zehn Jahren mitten in der Altstadt und empfindet die Zahl der Gäste als "nicht dramatisch". Die Hotelschiffe merke man kaum; da seien 15 Busse auf einmal früher schlimmer gewesen. Aber wichtig sei auch bei diesem Punkt, mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben.

Mehr Disziplin im Stadtrat

Weniger reden, mehr handeln würde er sich hingegen manchmal für den Stadtrat wünschen. Einen groben Rahmen und ein "bisserl mehr Disziplin" fände er gut. Diese kennt und schätzt er aus seinem Unternehmernetzwerk, mit dem er sich donnerstags um 6.30 Uhr trifft. Die Kontakte daraus möchte er nutzen, um Betriebe nach Volkach zu locken und so die Gewerbesteuer-Einnahmen weiter zu erhöhen. Doch der 38-Jährige erkennt in der schwierigen Finanzlage der Stadt sogar etwas Positives: "Du musst in Volkach öfter darüber nachdenken, weil Du nicht so viel Geld zur Verfügung hast. Und dann kommt unter Umständen was Besseres dabei raus."

Udo Gebert sieht sich gut gerüstet, all das zu stemmen. Er sei zwar kein Verwaltungsbeamter, aber kenne sich als Schornsteinfeger gut aus mit Gesetzen und Vorschriften. Seine Vorgesetzte sitzt im Kitzinger Landratsamt; mit der Regierung von Unterfranken arbeitet er eng zusammen. Und: "Wir haben gute Verwaltungsleute im Rathaus." Für seinen Traum, sie und die Stadt als Bürgermeister zu führen, würde er sogar die Familientradition unterbrechen: "schwarzes Blut" als Kaminkehrer in dritter Generation. Aber Volkachs "Glücksbringer", wie er selbst Werbung macht, mag den Platz ganz oben eben am liebsten.

Udo Gebert
Geboren: 1981
Partei: Freie Wähler Gemeinschaft (FWG)
Wohnort: Volkach
Beruf: Kaminkehrermeister im Amt des Bezirksschornsteinfegers
Ehrenämter: Stadtrat (seit 2008), 3. Bürgermeister (seit 2014), Feuerwehrmann
Familie: Verheiratet
Hobbys: Zeit mit meiner Frau verbringen beim Wandern und Radfahren, Kochen und Essen.

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

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