Sich vor Ort ein Bild machen, damit jeder am Ratstisch in Markt Einersheim weiß, was Sache ist. Diese Devise gab am Donnerstag Bürgermeister Herbert Volkamer aus. Ortstermine standen auf der Tagesordnung des eher selten tagenden Landwirtschafts- und Umweltausschusses. Ziele waren Weinbergs- und Wanderwege, Gräben und Wasserdurchlässe.

Die Fahrt führte hinauf zum Wengertshäusla. Das liegt in der Gemarkung Im Stüblein. Schon auf dem Weg dahin konnten die Ratsmitglieder am eigenen Leib spüren, in welchem Zustand sich der Schotterweg befindet. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, Unwetter der vergangenen Jahre haben tiefe Spuren hinterlassen, als sich das Wasser seinen Weg suchte.

Vor allem an den Steigungen und in Kurven sind die Schäden deutlich zu sehen. Manche der Löcher sind provisorisch mit Backsteinschutt ausgebessert.

Ansonsten heißt es für die Fahrer Schlangenlinie fahren. Der Weg muss dringend instand gesetzt werden, sind sich die Ausschussmitglieder mit Volkamer einig. Mineralbeton mit einer 30er Körnung soll eine ebene Fahrbahn auf zwei Kilometern Länge schaffen.

Notizen werden länger

Der nächste Halt gilt einem Wasserdurchlass. Der verdient seine Namen schon längst nicht mehr. Gefüllt mit Schwemmgut führt er unter dem Weg durch und soll auf der anderen Seite in einen Graben auf Iphöfer Gemarkung entwässern. Auch der Graben muss ausgebaggert werden, damit er wieder seinen Zweck erfüllt. Die Notizen im Sitzungsprotokoll werden länger.

Ein Erdweg, Teil des Panoramawanderweges, dient als Verbindungsstrecke zum nächsten Ziel. Steil führt nach einer Abzweigung eine Holperpiste den Berg hinauf. Im Seelein heißt die Gemarkung hoch über dem Ort nahe der Ruine Speckfeld. Auch hier das gleiche Bild. Tiefe Furchen durchziehen den Weg, der gerne von Wanderern genutzt wird, die hier oben ihre Fahrzeuge abstellen. Schneckentempo ist angesagt. Vor rund drei Jahren ist der Weg ausgebessert worden, berichtet Volkamer. Jetzt steht die nächste Reparatur an. Es zeigt sich, dass im Ausschuss Fachleute dabei sind. Ein Vorschlag, eine gepflasterte Querrinne einzubauen und dem Weg eine Seitenneigung zu geben, um das Wasser abzuleiten, stößt auf breite Zustimmung.

Rund eineinhalb Stunden ist das Gremium unterwegs, besichtigt Wasserdurchlässe, Gräben und tiefe Schlaglöcher.

Unerfreulicher Anblick

Einen unerfreulichen Anblick bietet eine stattliche Unterstellhütte am Wegrand. Sie gehört einem Iphöfer Winzer. Müll und jede Menge Laub laden allerdings nicht gerade zum Rasten ein. Auch hinter der Hütte haben unbekannte Zeitgenossen Abfall im Gebüsch entsorgt.

Sorgen bereitet den Ratsmitgliedern die orientalische Zackenschote. Das gelbblühende, süß riechende, einen halben Meter hohe Unkraut ist in Russland beheimatet. Bis zu eineinhalb Meter tief reichen die Wurzeln. Die Pflanze breitet sich überall aus und verdrängt heimische Gewächse. Volkamer berichtet, dass in den vergangenen Tagen schon zahlreiche Böschungen und Wegränder gemäht und gemulcht wurden, um der Pflanze Herr zu werden. In der nächsten Orts-Info sollen die Bürger aufgefordert werden, die Pflanze auszureißen, falls sie sich in den Gärten breitmachen sollte.

Zum Schluss steht noch eine Hecke auf der Tagesordnung. Sie ist teilweise über acht Meter hochgewachsen und reicht weit in die Fahrbahn. Nach der Wachstumsperiode soll sie kräftig gestutzt werden, beschließen die Ausschussmitglieder. Die Liste der zu erledigenden Aufgaben ist am Ende ganz schön lang geworden.