Starker Rauch dringt durch die Ritzen der Scheune, im Hof steht ein Traktor schief, ein Schwerverletzter liegt eingeklemmt darunter. Was sich nach einer Tragödie anhört, ist zum Glück „nur“ die Großübung der Verwaltungsgemeinschaft Großlangheim zur Brandschutzwoche.

Angenommen wird ein Scheunenbrand, im Gebäude befinden sich noch vermisste Personen. Zudem ist ein Mechaniker unter einen Traktor geraten, als er über den Hof rannte. Anders als im Ernstfall dürfen die Zuschauer heute näher ran. Schließlich ist die Übung nicht nur Training für die Einsatzkräfte, sondern die Feuerwehr wirbt damit auch für ihre Belange.

Unter dem Motto „Stell dir vor du drückst und alle drücken sich!“ wird seit dem vergangenen Jahr für das Engagement der ehrenamtlichen Retter geworben. Denn nur, wenn sich auch in Zukunft genügend Freiwillige finden, kann der Schutz der Bevölkerung gewährleistet werden. Aber noch brauchen sich die Wehren aus Kleinlangheim, Atzhausen, Haidt/Stephansberg, Wiesenbronn und Großlangheim keine Sorgen zu machen: Mit mehr als 70 Männern und Frauen sind sie zu der Großübung gekommen und konnten die angenommenen Gefahren innerhalb kürzester Zeit abwenden.

Die „Verletzten“ wurden bald im verqualmten Gebäude gefunden und versorgt. Hier kam die Wärmebildkamera der Kleinlangheimer Wehr zum Einsatz, mit deren Hilfe sich Menschen selbst bei schlechtesten Sichtverhältnissen gut finden lassen. Das Feuer in der Scheune konnten die Retter löschen, indem sie lange Wasserförderstrecken legten und von mehreren Seiten vorgingen.

Kreisbrandmeister Michael Krieger, der die Übung überwachte, war zufrieden mit der Leistung der Einsatzkräfte: „Bloß die Wasserförderung vom Bach hat nicht ausgereicht – aber es war besser als nichts.“ Auch die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft beobachteten die Übung. Doris Paul (Wiesenbronn), Karl Höchner (Großlangheim) und Roland Lewandowski (Kleinlangheim) freuten sich über die Leistung „ihrer“ Wehren und lobten die Einsatzkräfte.