MÖNCHSONDHEIM

Turmuhr als Taktgeber für ein ganzes Dorf

Das Kirchenburgmuseum startete Mitte März in die neue Saison. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr. Was dieses Jahr ansteht, verrät Reinhard Hüßner, der seit 1993 Museumsleiter ist.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beschaulich: Das Kirchenburgmuseum in Mönchsondheim hat seit Mitte März wieder seine Tore geöffnet. So beschaulich ruhig, wie auf dem Foto, ist es nicht immer. Foto: Archiv-Foto: Christoph Weiß
+1 Bild

Das Kirchenburgmuseum startete Mitte März in die neue Saison. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr. Was dieses Jahr ansteht, verrät Reinhard Hüßner, der seit 1993 Museumsleiter ist.

Frage: Wie ist das Museum über den Winter gekommen?

Reinhard Hüssner: Es gab viel zu tun: Die bauliche Instandsetzung der Kirchenburg wurde nahezu abgeschlossen und die Einrichtung der neuen Dauerausstellungen in den 31 Räumen der Kirchenburg nahm uns in Anspruch und soll im Mai abgeschlossen sein.

Wie viele Besucher kamen 2014?

Hüssner: Gut 14 000 Besucher, minimal mehr als im Jahr zuvor.

Laufen schon Sonderausstellungen?

Hüssner: Zu Ostern eröffnete 'Has, Has, Osterhas', die noch bis Mai zu sehen ist.

Ihr Lieblingsplatz?

Hüssner: Da gibt es mehrere, je nach Jahreszeit.

Gibt es ein Lieblingsausstellungsstück?

Hüssner: Das historische Turmuhrwerk von Mönchsondheim. Nach dem Einbau eines elektrischen Läutwerkes mit Uhr galt es lange als verschollen. Nach einer intensiven Suche konnte ich es in der Rhön ausfindig machen und nach langwierigen Verhandlungen mit dem Eigentümer wieder zurückholen. Das Uhrwerk steht für mich als Symbol für das dörfliche Zusammenleben, für die 'Dorfgemein': In Verbindung mit der Schlagglocke bestimmte das Uhrwerk den Tages- und Arbeitsrhythmus des ganzen Dorfes in unerschütterlicher Form durch die Jahrhunderte, für den Armen und für den Reichen, für den Bauern und für den Taglöhner.

Zuletzt gab es Diskussionen um die Museumsschänke . . .

Hüssner: . . . die sich inzwischen erledigt haben. Seit vergangenem Wochenende ist die 'Museumsschänke Goldene Krone' während der Museumsöffnungszeiten geöffnet. Für Besuchergruppen steht ein geräumiger Saal und eine gesonderte Speisekarte zur Verfügung.

Welche Aktionen sind heuer geplant?

Hüssner: Neben unseren jährlichen Hauptfesten Kinderaktionstag, Volksmusiktag, Kirchenburgfest und Herbstfest werden Führungen und Aktionen im Bereich der neuen Dauerausstellungen in der Kirchenburg im Mittelpunkt stehen. Da geht es vor allem um die Themen 'Weinbau in Franken', 'Dörfliches Handwerk', 'Mainfränkische Kirchenburgen' und 'Das mainfränkische Dorf'.

Wie sieht es mit Erweiterungen in der Zukunft aus?

Hüssner: Ich würde lieber von sinnvollen Ergänzungen und Abrundungen sprechen. Ideen gibt es, die sind allerdings noch nicht spruchreif.

Darauf bin ich besonders stolz . . .

Hüssner: Das Kirchenburgmuseum wird nach wie vor von einem gemeinnützigen Verein getragen, der den Betrieb und die Finanzierung des Museums in harmonischer und effizienter Zusammenarbeit mit der Stadt Iphofen, dem Landkreis Kitzingen, dem Bezirk Unterfranken und den Mönchsondheimern gewährleistet. Auf fachlicher Ebene sind wir das größte 'In-situ-Freilandmuseum' im deutschsprachigen Raum.

Was heißt das genau?

Hünnser: In Mönchsondheim zeigen wir mit den vor Ort erhaltenen Gebäuden eine größtmögliche Authentizität an dörflicher Baukultur und haben damit ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Ein Freilandmuseum, das Gebäude aus verschiedenen Dörfern und Regionen sammelt, kann das dörfliche Zusammenleben und die entsprechenden Strukturen nur punktuell darstellen.

Ein Traum wäre . . .

Hüssner: . . . wenn ich meinem Nachfolger ein anerkanntes und bekanntes Museum übergeben könnte, das auf einer gesicherten Grundlage steht, sowohl in finanzieller, als auch in personeller Hinsicht.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.