Volkach
Verkehr

Trügerische Ruhe rund um Volkach

Wie geht es weiter mit den Umgehungen Volkach und Gaibach? Zunächst einmal soll das Lärmschutzgutachten abgewartet werden. Und das verschlingt schon alleine 80 000 Euro.
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Ruhe vor dem Sturm? Noch haben es die Anlieger an der bestehenden Ostumfahrung Volkachs relativ ruhig. Sollte der gesamte Verkehr Richtung Schweinfurt dort fließen, ist Lärmschutz unverzichtbar. Fotos: Pfannes
Ruhe vor dem Sturm? Noch haben es die Anlieger an der bestehenden Ostumfahrung Volkachs relativ ruhig. Sollte der gesamte Verkehr Richtung Schweinfurt dort fließen, ist Lärmschutz unverzichtbar. Fotos: Pfannes
In die Debatte um die Sonderbaulast für die geplante Umgehung Volkach/Gaibach und die Sondervereinbarung zwischen dem Freistaat Bayern und der Stadt Volkach ist wieder Bewegung gekommen. Gerhard Eck (CSU) hat auf die Wünsche und Forderungen der Stadt Volkach reagiert. Zwar nahm der Innenstaatssekretär nicht an der Sitzung des Stadtrats teil, doch in einem Schreiben an Bürgermeister Peter Kornell (FWG) ging er Punkt für Punkt auf den "Wunschzettel" der Weinstadt ein.
Einstimmig kam das Gremium überein, das in Auftrag gegebene Verkehrskonzept, das den Lärmschutz für Volkachs Osten auf den Weg bringen soll, abzuwarten, bevor über die Sondervereinbarung mit dem Freistaat entschieden wird.
Anfang des kommenden Jahres sollen die Verkehrszahlen und die daraus folgenden Schlüsse vorliegen.
Nach den anstehenden Sommerferien will sich der Stadtrat unabhängig von dieser Entscheidung festlegen, ob Volkach und Gaibach im Osten und/oder im Westen umfahren wird. Durch diesen Trassen-Beschluss will man weitere unnötige Kosten sparen, da die Planung nur für eine Variante durchgeführt werden muss.

Informelle Kanäle

Auch wenn das Thema am Montag im Stadtrat nicht auf der Tagesordnung stand, nahm es einen Großteil der dreistündigen Sitzung ein. Zur Klärung offener Fragen war Michael Fuchs, Leiter des Fachbereichs Straßenbau am Staatlichen Bauamt Würzburg, ins Rathaus gekommen. Zahlreiche Vertreter der verschiedenen Bürgerinitiativen wollten die Antworten Ecks und die Diskussion mit anhören, obwohl das Thema laut Einladung eigentlich nicht eingeplant war. "Die informellen Kanäle scheinen sehr gut zu funktionieren", kommentierte Kornell.
Volkachs ersten Wunsch, Ansprechpartner bei der Obersten Baubehörde zu bekommen, erfüllte Eck in seinen einleitenden Sätzen. Für alle Fragen zur Umgehung sind künftig die Ministerialräte im Bayerischen Staatsministerium des Innern, Ernst Wüst und Bernhard Zanker, zuständig. Bei der Finanzierung der 16,5 Millionen Euro teuren Ortsumgehungen für Volkach und Gaibach in Sonderbaulast sagte Eck Volkach eine Förderung von mindestens 85 Prozent zu. "Das ist ein Mindestsatz mit offener Tür nach oben", erklärte Amtsleiter Fuchs. "Zudem werden bei Übernahme der Planung und Bauleitung durch die Stadt die entsprechenden Aufwendungen mit gefördert", heißt es in Ecks Schreiben an Kornell.
Die zugesagte Förderung berücksichtige die aktuelle Finanzlage der Stadt und alle Faktoren, die Auswirkung auf die Finanzsituation haben können. Erst nach Vorliegen einer baureifen Planung könnten weitere Zahlungen erfolgen, die die längerfristigen Folgen des Bundeswehrabzugs berücksichtigen. Volkach hatte von Eck eine Aussage zu den einst versprochenen Zuwendungen des Freistaats im Rahmen des Konversionsausgleichs gewünscht.
Bei den Diskussionen im Gremium wurde deutlich, dass eine Sonderbaulast nur dann die breite Zustimmung im Stadtrat finden wird, wenn der Lärmschutz für Volkachs Osten kommt. Fuchs betonte, dass die Ängste der Anlieger und der Stadt berechtigt seien. Fachleute werden in den nächsten Monaten die Verkehrssituation Volkachs und Gaibachs unter die Lupe nehmen. "Dann haben wir exakte Zahlen und können weiter mit der Lenkungsgruppe zusammenarbeiten", so Fuchs.
In der Volkacher Lenkungsgruppe sind Barbara Schmitt (fraktionslos), Gerlinde Martin (CSU), Robert Amling (FWG) und Heiko Bäuerlein (CSU) aktiv. 80 000 Euro wird das Lärmschutzgutachten laut Fuchs verschlingen. "Das haut mich fast um", sagte Kornell zu der Höhe der Summe. Sollte es den Planern gelingen, den gesamten Verkehr größtenteils auf die neue Ostumgehung Volkachs zu verlagern, dürfte einem Lärmschutz nichts im Wege stehen.
Allerdings zeigte sich im Gremium schon jetzt Widerstand gegen Ecks Vorschlag, die alte Staatsstraße zwischen Volkach und Gaibach zu "kappen". "Wir können Gaibach nicht abschneiden. Da erklärt uns die Bevölkerung für verrückt", meinte Kornell.

Kreisverkehre sind vorgesehen

Im Zuge des Baus der Ostumgehung Volkachs sollen aller Wahrscheinlichkeit nach auch Kreisverkehre an den gefährlichen Kreuzungsbereichen entstehen. "Die aktuellen Unfallzahlen sprechen für den Bau von Kreiseln", so Fuchs. Den Amtsleiter aus Würzburg bat Barbara Schmitt um Verständnis: "Wir haben eine große Verantwortung gegenüber der Bevölkerung." Deshalb dürfe die Sondervereinbarung keine Unwägbarkeiten beinhalten, die die Stadt in ein finanzielles Dilemma stürzen könnten.
Fast im Einklang sprachen sich Herbert Römmelt (FWG) und Reinhold Reichl (CSU) für die Vertagung einer Entscheidung zur Sondervereinbarung aus, bis das Lärmschutzgutachten vorliegt und die Anlieger an der Ostumgehung geschützt werden. "Nur mit Lärmschutz bekommen wir eine klare Mehrheit im Stadtrat", so Römmelt.

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