Markt Einersheim

Trotz negativer Zuführung noch finanzielle Spielräume

Die Gemeinde Markt Einersheim hatte 2017 mit 827 000 Euro einen historischen Höchststand an Gewerbesteuer-Einnahmen verbucht.
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Die Gemeinde Markt Einersheim hatte 2017 mit 827 000 Euro einen historischen Höchststand an Gewerbesteuer-Einnahmen verbucht. Dieser Wert schlägt jetzt im Haushalt 2019 voll durch, da die Marken von 2017 ausschlaggebend für die Steuer- und Umlagekraft sind. Deswegen erhält die Gemeinde heuer ausnahmsweise keine staatlichen Schlüsselzuweisungen, was ein Minus gegenüber dem Vorjahr um 180 000 Euro bedeutet. Zudem muss die Gemeinde wegen der höheren Steuerkraft heuer 625 000 Euro an Kreisumlage abführen (plus 129 000) Euro gegenüber 2018). Das Wichtigste am Etatentwurf vom Kämmerer Günther Schell: Trotz dieser Belastungen muss die Gemeinde keine Kredite aufnehmen und schafft die Investitionen aus eigener Kraft.

"Dass wir trotz weiterer Investitionen weiterhin schuldenfrei bleiben, kann sich sehen lassen", kommentierte Bürgermeister Herbert Volkamer in der Ratssitzung am Mittwoch die finanzielle Lage der Gemeinde. "Nach jetziger Kenntnis wird das ein einmaliger Effekt sein, dass Markt Einersheim keine Schüsselzuweisungen bekommt", erklärte Günther Schell in seinem Vorbericht. "Wir haben zur richtigen Zeit in unsere Infrastruktur investiert", fand Herbert Volkamer, denn durch die gestiegenen Steuereinnahmen war es leichter, Großprojekte wie die Generalsanierung des Terrassenbads ohne Kredite zu finanzieren.

"Dazu hat auch die zeitnahe Auszahlung der Fördermittel aus dem Bundesbauministerium beigetragen", bemerkte der Kämmerer. "Auch wenn wir heuer weiter investieren, bleiben uns trotzdem noch finanzielle Spielräume", versicherte Volkamer. Deshalb bleiben auch die Hebesätze für die Gewerbesteuer mit 300 Prozentpunkten sowie der Grundsteuern A (340 Prozent) und Grundsteuer B (330 Prozent) unangetastet.

Der Gesamthaushalt beträgt heuer 5,19 Millionen Euro, davon macht der Verwaltungshaushalt 2,81 Millionen Euro aus. Die geschilderten Sonderbelastungen, mit 350 000 Euro vorsichtig angesetzte Gewerbesteuer-Einnahmen und gestiegenen Ausgaben für die Umlagen der Verwaltungsgemeinschaft und Schulverbänden führen dazu, dass sich trotz des höheren Betrags von 716 000 Euro aus der Einkommensteuerbeteiligung heuer eine negative Zuführung ergibt. Statt im Verwaltungshaushalt erwirtschaftete Gelder dem Vermögenshaushalt zuzuführen, geht es in die andere Richtung. Die Gemeinde muss 126 000 Euro aus dem Vermögenshauhalt übertragen um den Verwaltungshaushalt ausgleichen zu können. Die größten Ausgabeposten im Vermögenshaushalt sind weitere 280 000 Euro als Zuschuss zum Tagepflege-Projekt des Diakonievereins, das Heimatmuseum im Würzburger Tor mit 107 000 Euro und 224 000 Euro für das neue Feuerwehr-Löschfahrzeug. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 1,22 Millionen Euro, diese können samt der Zuführung zum Verwaltungshaushalt durch die Entnahme von 638 000 Euro aus den Rücklagen finanziert werden.

Der Jahresüberschuss aus dem Vorjahr machte es möglich, dass genügend Rücklagen vorhanden waren, die heuer auf 41 000 Euro abschmelzen werden. Laut dem Testat von Günther Schell wird sich die finanzielle Lage der Gemeinde "stabil entwickeln" und sie könne nach dem Jahr 2019 "getrost an die Planung neuer Projekte machen".



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