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Klima

Trockenheit in Unterfranken: Landwirte fürchten große Schäden

Die fehlenden Niederschläge machen den Landwirten Sorgen. Im Sommer könnten Engpässe drohen. Ernteausfälle sind möglich.
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Die derzeitige Trockenheit bereitet den Landwirten große Sorge. Foto: dpa
Die derzeitige Trockenheit bereitet den Landwirten große Sorge. Foto: dpa
"Wir bekamen in diesem Jahr in drei Wintermonaten nur 47 Millimeter Regen ab". Alois Kraus, Kitzinger Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, sieht die Wetterentwicklung dieser Tage mit Besorgnis. Zwar hat es im März etwas geregnet, doch längst nicht genug. "Das hat gerade mal ausgereicht, dass die Saat einigermaßen aufgehen konnte."

Die Landwirte, die später dran waren mit der Aussaat, haben jetzt erst recht das Nachsehen, weil bei der anhaltenden Trockenheit nichts richtig wachsen will. Das ist besonders problematisch auf sandigeren Böden, die die Feuchtigkeit eh nicht richtig halten können. Im Raum Kitzingen hat es nach einem viel zu trockenen Winter seit drei Wochen schon wieder so gut wie nicht geregnet. Dabei müssen jetzt Sommergetreide und Zuckerrüben ausgebracht werden. Was im Landkreis Kitzingen derzeit schlicht fehle, sei Regen der auch die unteren Bodenschichten durchfeuchte, so Kraus.


Eigentlich mehr Regen im Winter

Dabei hätten die Klimaforscher erzählt, der Klimawandel führe zu mehr Regen im Winter, während im Sommer mit längeren Trockenperioden zu rechnen sei. Wenn es, wie heuer zu befürchten, im Winter und Sommer trocken werden könnte, müsse mit Ernteausfällen gerechnet werden. Die Pflanzen würden dann schon im Frühjahr vertrocknen. Aber so weit denkt der BBV-Kreisobmann noch nicht. "Noch ist es früh im Jahr, gerade mal April. Da kann sich noch viel tun." Voraussetzung dafür wäre allerdings Regen. "Und zwar einer, der auch nach unten geht". Die Meteorologen sagen jedenfalls für die nächsten Tage einen solchen Regen nicht voraus. Für die jetzt auskeimende Saat könnte das dann schon dramatisch werden.

Der fehlende Regen wirkt sich auch auf die Wasserversorgung in Unterfranken aus. So sind die Grundwasserstände an einigen Stellen auf ein sehr niedriges Niveau gefallen, so auch beim Wasserversorger Rhön Maintalgruppe (RMG) mit Sitz in Poppenhausen. Geschäftsführer Walter Weinig weist darauf hin, dass bei einer seiner sieben Gewinnungsanlagen der Grundwasserstand sechs Meter niedriger sei als üblicherweise.


Engpass im Sommer möglich

Deswegen sei die Wasserversorgung das Jahr über zwar gesichert, so Weinig. Wenn es allerdings weiter nicht regne, müsse in den nächste Monaten, wenn tagsüber bis zu 25 000 Kubikmeter Wasser benötigt würden, mit Engpässen gerechnet werden.

Dabei hatten die Unterfranken erst im Jahr 2015 mit Hitze und der größten Trockenheit der letzten 40 Jahre zu kämpfen. Das könnte sich nach nur zwei Jahren heuer bereits wiederholen.

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