PROSSELSHEIM

Treffpunkt für die Prosselsheimer

Nach 23 Jahren war's wieder mal an der Zeit: Die Gemeinde Prosselsheim hat das historische Rathaus teilweise sanieren lassen, nachdem am Gebäude Schäden sichtbar geworden waren. Am deutlichsten hatte sich der Verfall an der Außentreppe, dem großen Saal im ersten Stock, in den Kellerräumen und auf dem Vorplatz gezeigt. Dieser Tage hat die Gemeinde nach zweijähriger Sanierung und Umbauzeit das historische Rathaus mit Treppenaufgang, den Rathausvorplatz sowie eine Prozessions-Station der Öffentlichkeit übergeben.
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Prunkstück: Die Gemeinde Prosselsheim ließ das historische Rathaus den Vorplatz für 340 000 Euro teilweise sanieren. Foto: Fotos: Rainer Weis
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Nach 23 Jahren war's wieder mal an der Zeit: Die Gemeinde Prosselsheim hat das historische Rathaus teilweise sanieren lassen, nachdem am Gebäude Schäden sichtbar geworden waren. Am deutlichsten hatte sich der Verfall an der Außentreppe, dem großen Saal im ersten Stock, in den Kellerräumen und auf dem Vorplatz gezeigt. Dieser Tage hat die Gemeinde nach zweijähriger Sanierung und Umbauzeit das historische Rathaus mit Treppenaufgang, den Rathausvorplatz sowie eine Prozessions-Station der Öffentlichkeit übergeben.

„Mit dem hergerichteten Rathaus haben wir wieder einen Ort für unsere vielfältigen Veranstaltungen.“

Norbert Eberth Bürgermeister

Um die Schäden zu beseitigen und das wertvolle Gebäude auch für die Zukunft zu erhalten, hatte der Gemeinderat 2009 eine Teilsanierung so beschlossen, wie sie von Architekt Dieter Buzzi vorgeschlagen war. Als erste Baumaßnahme wurde das gesamte Gebäude Anfang 2010 von außen gestrichen, defekte Gesimsteile aufwendig restauriert oder erneuert, das Ziegeldach zum Teil ausgebessert und umgedeckt, vorhandene Wasserabläufe repariert oder verbessert. Im Inneren wurde im ersten Stock der marode Parkettboden im großen Saal komplett erneuert und der Weinkeller von 1599 teilerneuert.

Der Vorplatz vor dem Amtskeller wurde umgestaltet und neu angelegt. Dazu gab es vom Amt für Denkmalpflege in Würzburg ein Schreiben vom 16. März 2009 mit dem Hinweis, dass bei der Neu-Errichtung der Treppenanlage diese aus heimischen Baustoffen (Muschelkalk) unter Verwendung eines Kalk-Sand-Mörtelgemisches bestehen solle und die Ausbildung des Balustradenaufbaus in regelmäßigem Schichtenmauerwerk erfolgen solle. Zudem solle die dazu gehörende beidseitig begehbare Außensteintreppe erneuert werden. Diesen Hinweis nahm der Gemeinderat an und ließ auch so bauen. Der Gemeinde hat die Sanierung des historischen Rathauses mit Außenanlage 340 000 Euro gekostet. Bezuschusst wurde die gesamte Maßnahme vom Amt für ländliche Entwicklung mit 55 Prozent.

Bürgermeister Norbert Eberth war bei der Einweihung zufrieden. „Mit dem hergerichteten Rathaus haben wir wieder einen Ort für unsere vielfältigen Veranstaltungen“.

Robert Stumpf vom Amt für ländliche Entwicklung sagte, dass die Behörde bei der Bezuschussung auf die Nutzung und Erhaltung wertvoller Bausubstanzen achte, die zum ländlichen Leben gehörte.

Rückblick

Auszüge aus der Chronik von Christine Demel: Die „ruinöse und baufällige Kellerei“ in Prosselsheim sollte laut einer Resolution des Fürstbischofs „nur zur Nothdurft gebaut und kein Palast angedungen werden“. Mit den Arbeiten wurde Balthasar Neumann betraut. Am 28. April 1753 übergab er die Pläne und die Kostenschätzung was der Bau kosten würde.

Nach seinem Tod am 19. August 1753 wurde das „Landgebäu“ nach dessen Plänen von Hofmaurermeister Gottfried Günther und Johann Michael Zongerlein 1754/56 über den alten Weinkeller von 1599 erstellt. Das Gebäude ging nach der Säkularisation von 1803 an den Staat. 1804 kaufte Bürgermeister Johann Blaß das Haus. Die Universität Würzburg war von 1858 bis 1873 Eigentümer. Der königliche Bauamtmann Langfuß empfahl danach, eine Schule mit zwei Lehrer-Wohnungen einzurichten.

Nach dem Auszug der Schulkinder wurde das Haus unter Bürgermeister Helmut Eichelbrönner von 1982 bis 1986 restauriert. Landtagsabgeordnete Christian Will setzte sich für die Erhaltung des Gebäudes ein.

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