Mainstockheim

Trafostation soll Fledermausquartier werden

Dem Gemeinderat lagen für die Sitzung im Rathaus in Mainstockheim nur drei Anträge vor, deren Behandlung sich jedoch hinzog.
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Dem Gemeinderat lagen für die Sitzung im Rathaus in Mainstockheim nur drei Anträge vor, deren Behandlung sich jedoch hinzog.

Peter Brandner regte an, die ausgediente Trafostation oberhalb der Winterleite nicht abzubrechen sondern sie bei kulturellen Veranstaltungen und für den Naturschutz als Fledermausquartier zu nutzen. Die Station war zur Energieversorgung des Dorfes errichtet worden, die aber sei beendet, merkte Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs an. Eine Nutzungsänderung bedürfe der Genehmigung, hier sei er zwar offen, doch wenn dort Besucher hinkommen, müsse eine Erschließung für Wasser und Abwasser erfolgen.

Die hält Brandner für nicht erforderlich, denn er denkt an einen Betrieb ähnlich einer Feldscheune. Es reiche aus seiner Sicht schon, sie dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen. Fuchs unterstrich, dass der derzeitige Eigentümer N-Ergie einen Nachweis verlange, dass die Nutzungsänderung genehmigungsfähig ist, ansonsten verkaufe er nicht.

Günter Voit verlangte ein schlüssiges Konzept für den vorgesehenen Betrieb. Julia Ebenhöh verstand die Debatte nicht, denn es gehe um ein privates Vorhaben Brandners. Fuchs regte schließlich an, gemeinsam mit dem Naturschutz ein Konzept zu erstellen und im Bauamt zu besprechen. Danach werde der Gemeinderat entscheiden.

Auch bei der Vergabe des Auftrages zur Erschließung Wunn entspann sich eine kontroverse Debatte. Die Ausschreibung brachte ein Pauschalangebot des Unternehmens Pfeuffer aus Reichenberg von 2 594 165 Euro, 441 430 Euro günstiger als die Kostenschätzung. Dagegen erhob ein Mitbewerber Einspruch wegen der Nichteinhaltung von Vergabevorschriften, den die VOB-Stelle nicht teilte. Bürgermeister Fuchs unterstrich, dass es kein Risiko der Verteuerung gebe, da es sich um ein Pauschalangebot handele.

Julia Ebenhöh fragte nach dem Stand des Quadratmeterpreises und löste damit einen Einspruch Brandners aus, der versuchte, das Baugebiet Wunn grundsätzlich in Frage zu stellen. Brandner argumentierte, dass zu dem viel zu hohen Erschließungsbetrag noch weitere Kosten wie für Straßenbeleuchtung hinzu kommen. Für lediglich 34 Bauplätze wende die Gemeinde Millionen auf.

Fuchs äußerte zwar Verständnis, unterstrich jedoch, das Baugebiet sei nicht das Thema. Es müsse bedacht werden, dass die Gemeinde die Kosten für die Erschließung mit Gas, Wasser, Strom und Telefon erstattet bekomme. Brandner beharrte jedoch darauf, dass 2,6 Millionen Euro viel zu teuer sei und die Gemeinde einen Riesenfehlschritt mache.

Zur Finanzierung erklärte Voit, dass das Geld nicht aufgenommen werden müsse, sondern bereits in den Haushalt eingestellt sei. Wäre es anders, hätten die Kämmerei und das Landratsamt den Haushaltplan längst bemängelt. Schließlich wurde der Auftrag mit den Gegenstimmen Brandners und Ebenhöhs vergeben.

Weitere Themen am Ratstisch waren:

Es lagen zwei Anträge zur Einführung von Tempo 30 im Mühlweg sowie für das gesamte Ortsgebiet vor. Nachdem Frank Schmitt Ortseinsichten mit dem Bauausschuss angeregt hatte, will Bürgermeister Fuchs zunächst Stellungnahmen übergeordneter Stellen einholen.

Der nur für das Jahr 2018 gefasste Beschluss, dem Tierheim Kitzingen einen Jahresbeitrag von einem Euro je Einwohner zu zahlen, wurde dahingehend geändert, dass der Betrag bis auf weiteres jährlich unverändert gezahlt wird.

Die Entnahmegenehmigungen für die Gemeindebrunnen wurden verlängert.

Im Mühlweg haben die Verfüllarbeiten der vom Bergamt Nordbayern festgestellten Unterhöhlungen begonnen.

Da die Regierung bezüglich des ehemaligen Gasthofes Stern eine klare Meinungsbildung der Gemeinde erwartet, wurde eine Sondersitzung des Gemeinderates beschlossen. Sie findet am Donnerstag, 31. Januar um 19.30 Uhr statt.

Das Volksbegehren "Bienen" startet am 31. Januar und dauert bis zum 13. Februar. In dieser Zeit können Wahlberechtigte in Rathäusern unterstützende Unterschriften leisten. Bürgermeister Fuchs schlug neben den Amtsstunden den Sitzungssaal vor, ebenso sei die Bücherei mit Sonderöffnungszeiten denkbar. Mit der VG müsse geklärt werden, wer dort Dienst machen darf.

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