Mit Anni Plackner-Jandl und Gisela Senft zeichnete der Bund der Vertriebenen in seiner traditionellen Feierstunde zum Tag der Heimat am Samstagnachmittag zwei verdiente Mitglieder mit der Goldenen Verdienstmedaille aus. Beide gehören seit vielen Jahrzehnten zur Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Vor der Feierstunde im Landratsamt trafen sich die Mitglieder der Landsmannschaft der Heimatvertriebenen Kitzingen wie in jedem Jahr zur Totenehrung am Gedenkstein vor dem Alten Friedhof. Vorsitzender Claus Lux begrüßte die Teilnehmer und freute sich darüber, „dass so viele gekommen sind, obwohl wir immer weniger werden“.

„Warum sind wir so traurig?“, fragte Lux und gab als Antwort: „Weil wir so viele verloren haben“. Deshalb gehöre es zur Totenehrung, dieser zu gedenken. Gleichzeitig nehme man auch Anteil am Schicksal anderer Menschen, die vertrieben wurden oder gerade unter diesem Schicksal leiden. Aus dem Erlebten begründe sich der Auftrag, für den Frieden zu arbeiten. Dekan Hanspeter Kern sprach mit den Anwesenden ein Gebet zum Totengedenken.

Hauptredner der anschließenden Veranstaltung im Landratsamt war Landtagsabgeordneter Volker Halbleib, der in persönlichen Worten, seine Mutter und ihre Familie waren davon betroffen, auf die Vertreibung aus dem Sudetenland einging. Vertreibung mache Menschen unter Zwang heimatlos, töte ihn im Geiste und verstoße gegen das Menschenrecht auf Heimat.

Der Tag der Heimat solle eine Mahnung gegen Geschichtsvergessenheit sein: 31 Prozent der Bevölkerung besäßen kein Wissen, 36 Prozent lückenhafte Kenntnisse und lediglich zehn Prozent der Bevölkerung wüssten, dass in der Folge des Zweiten Weltkriegs 20 Millionen Menschen vertrieben wurden.