KITZINGEN

Tierische Angst mit Radio und Fernsehen bekämpfen

Tiere leiden unter der Knallerei zum Jahreswechsel. Kitzingens Tierheimleiterin Angela Drabant gibt Tipps, wie die Vierbeiner gut ins neue Jahr kommen.
Artikel drucken Artikel einbetten
KINA - Flucht unters Sofa oder in Schränke - Viele Tiere fürchten Silvester
Tiere haben keine Lust auf Böller. Hunde leiden wegen ihres sensiblen Gehörs oft sehr unter der Knallerei. Ein ruhiges Zimmer mit vertrauten Gegengeräuschen wie Musik und Unterhaltung lenkt sie ab. Foto: Foto: dpa/Martin Oeser

Ein Knall und weg – an Silvester verschwinden laut der Tierschutzorganisation Tasso so viele Tiere wie an keinem anderen Tag im Jahr. Ursachen dafür sind die Silvesterknaller, die vereinzelt meist schon ab dem Verkauf und auch noch einige Tage danach gezündet werden.

Radio aufdrehen

Für Hunde, Katzen, aber auch für Pferde und Nutztiere im Stall, ist die Schießerei zum Jahreswechsel eine Qual. Angela Drabant, Leiterin des Kitzinger Tierheims, rät deswegen, rechtzeitig alle Tiere in Sicherheit zu bringen. Türen, Fenster und Rollos sollten geschlossen sein. „Lautes Radio oder Fernsehen, am besten beides gleichzeitig, lenkt ab“, sagt sie. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Gerät ein Tier sehr schnell und sehr stark in Panik, empfiehlt sie, sich vom Tierarzt Beruhigungsmittel geben zu lassen. „Aber das muss der Arzt entscheiden.“

Passiert es trotz aller Vorsicht und Vorkehrungen, dass Hund oder Katze weglaufen, soll der Besitzer sofort die Polizei anrufen und auch das Tierheim informieren. „Und natürlich suchen gehen“, sagt die Expertin. Auch wenn die Chancen, den Vierbeiner zu finden, gering seien. „In ihrer Panik laufen sie ewig weit“, weiß Drabant.

Auf Kracher verzichten

Finden Spaziergänger an Neujahr ein verängstigtes Tier, empfiehlt sie, dass Tier erst mal nicht anzufassen, da es aggressiv reagieren könnte. Die Polizei sei dann der richtige Ansprechpartner. Es sei deren Aufgabe, gefundene Tiere ins Tierheim zu bringen.

Zum Schluss hat Angela Drabant noch eine Bitte an alle Tierfreunde: „Verzichtet auf Kracher und lasst das gesparte Geld Tieren zu Gute kommen.“

So verbringen Tiere am besten den Jahreswechsel

• Lassen Sie Freigängerkatzen im Haus.

• Hunde bei jedem Spaziergang an die Leine nehmen. • Gehen Sie am Silvestertag rechtzeitig mit Ihrem Hund zur letzten Gassi-Runde.

• Verbringen Sie mit den Tieren den Jahreswechsel in einem Raum, in dem so wenig wie möglich von der Knallerei zu hören ist.

• Halten Sie Türen, Fenster und Rollos um Mitternacht geschlossen.

• Sorgen Sie mit Musik, Fernsehen oder lauter Unterhaltung für vertraute Gegengeräusche.

• Seien Sie bei Ihrem Tier und stehen Sie ihm bei, wenn es Angst hat.

• Holen Sie Zwingerhunde ins Haus.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.