KITZINGEN

Texashäuser treffen Notwohngebiet

Es ist ein Riesenprogramm, das der Kitzinger Stadtrat am 15. Dezember abspulen will: In knapp vier Stunden soll die städtische Wohnungspolitik in einer Sondersitzung beleuchtet werden.
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Wohnen in Kitzingen: Der Stadtrat hat sich in seiner Sondersitzung am Dienstag mit der städtischen Wohnungspolitik viel vorgenommen. Ein Thema dabei die Wohnblocks in der Breslauer Straße, von denen inzwischen viele leer stehen wie hier die Nummer 6.FOTO: Siegfried Sebelka

Es ist ein Riesenprogramm, das der Kitzinger Stadtrat am 15. Dezember ab 17 Uhr abspulen will: In knapp vier Stunden soll die städtische Wohnungspolitik in einer Sondersitzung beleuchtet werden – von grundsätzlichen Leitlinien über die Pläne zur Entwicklung der einstigen Wohnsiedlung Marshall Heights bis hin zur Zukunft der städtischen Wohnungen und des Notwohngebiets in der Egerländer Straße.

Recht übersichtlich ist die Vorlage zu Marshall Heights. Danach gibt's vorerst keine Rahmenvereinbarung über die 32 Hektar große Fläche, wie eigentlich bei der Sondersitzung am 18. Juni von Stadt und Investor Georg Wittmann öffentlich vereinbart. Die Gespräche seien „als gescheitert“ anzusehen, schreibt die Verwaltung.

Die will Wittmann bei der Vermarktung der 103 Texashäuser und einzelner Wohnblocks keine Steine in den Weg legen. Deshalb soll ein Erschließungsvertrag erarbeitet werden: Wenn Wittmann Kanäle und Straßen in einen ordnungsgemäßen Zustand bringt, würde die Stadt beides übernehmen und Wittmann dann den Verkauf der Immobilien beginnen können.

Beim Rest schlägt die Verwaltung eine portionsweise Entwicklung vor: Wenn mindestens 75 Prozent eines Abschnitts realisiert und die Erschließung gesichert sei, könne der nächste Abschnitt des Geländes angegangen werden, so die Beschlussvorlage. Klar geregelt in dem Papier ist die Zufahrt zum neuen Stadtteil – über die Gabelsberger Straße.

Elf Entwicklungsleitlinien

Um Zukunftsplanung geht es bei den elf Entwicklungsleitlinien, über die der Stadtrat entscheiden soll. Vorrangiges Ziel ist es, Wohnraum zu schaffen. Vor allem im Altstadtbereich – aber auch in der Siedlung – sollen Sanierungen, aber auch private Neubauprojekte unterstützt werden.

Gerade „hochwertiger Wohnraum“ ist laut der Vorlage der Stadt im Kommen: beispielsweise in der ehemaligen Bürgerbräu, wo 38 Eigentumswohnungen entstehen sollen, oder auf dem einstigen Fetzergelände und dem ehemaligen Baywa-Gebäude in der Glauberstraße.

Ein großes Thema könnten auch die Häuser im Bereich Breslauer Straße 2 bis 32 werden, die abgerissen werden sollen. Was auf den rund 15 000 Quadratmetern an neuem Wohnraum entstehen könnte, ist noch nicht festgelegt. Ähnliches gilt für den Bereich Galgenwasen 12 bis 45, wo eine Machbarkeitsstudie angestrengt wird.

Städtische Wohnungen im Visier

Ein Dauerthema der Ödp ist der Zustand vieler städtischer Wohnungen. Von den gut 200 Wohnungen stehen 34 (darunter 15 Obdachlosenwohnungen) leer, weil sie wegen eines schlechten baulichen Zustands meist nicht mehr vermietbar sind. Laut der Vorlage der Verwaltung gab es einen „Sanierungsrückstau“, der nach einer Prioritätenliste abgearbeitet werden soll.

Damit solche Rückstaus bei nötigen Sanierungen in Zukunft nicht mehr vorkommen und sich die städtischen Wohnungspolitik in einem Guss präsentieren kann, beantragte die CSU-Fraktion eine Übertragung der städtischen Wohnungen auf die Bau GmbH.

Die hat bisher schon die Verwaltung in der Hand und könnte künftig auch die Sanierungen forcieren, die häufig dem Rotstift bei Etatberatungen zum Opfer fielen.

Betroffen war hier gerade auch das Notwohngebiet mit rund 90 Wohnungen. Hier hatte es zuletzt Proteste von Bewohner gegeben, die schwere bauliche Mängel beklagten.

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