Kitzingen

Tanzen und Yoga mit LaBrassBanda

LaBrassBanda begeistern das Kitzinger Publikum. Die sieben Musiker geben auch mit Schäufele im Bauch Vollgas - und animieren ihre Zuhörer zu vielen Verrenkungen.
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Da ging die Post ab: LaBrassBanda beim Konzert auf dem Gartenschaugelände am Main in Kitzingen.

Yoga am Stadtbalkon: Daran haben sich die Kitzinger längst gewöhnt, das Fitness-Angebot nehmen sie begeistert an. Aber Yoga beim Konzert von LaBrassbanda? Ja! Unbedingt! Arme nach oben strecken, seitlich ausbreiten, dehnen, kurz durchschnaufen. Und dann: weitertanzen. Dafür sind die 1700 Zuhörer am Donnerstagabend auf das Gartenschaugelände neben der Alten Mainbrücke gekommen.

Brutale Techno-Party

Wobei: Für rund die Hälfte ist es das erste Konzert der Blasmusikgruppe, deren Stücke sich in keine Musikrichtung pressen lassen wollen. Was haben sie erwartet? Alpentechno? Funk Brass? Jazzige Volksmusik? Sie erleben auf jeden Fall sieben ausgezeichnete Musiker, die perfekt aufeinander eingespielt sind und deren Begeisterung für ihre Arbeit vom ersten Ton an zu spüren ist. Und spätestens nach der ersten Ansage hat Sänger Stefan Dettl das Kitzinger Publikum sowieso auf seiner Seite: „Schöner Sonnenuntergang, aber das hilft alles nichts, wir machen jetzt eine brutale Techno-Party in Kitzingen.“

Gogo tanzen statt Trompete spielen

Der hervorragende Entertainer und Trompeter verrät nicht nur, dass LaBrassBanda vor zehn Jahren schon mal vor wenigen Leuten auf dem Kitzinger Stadtfest gespielt hat, sondern lobt auch die kulinarischen Genüsse der Weinstadt am Main. Gogo tanzen statt Trompete spielen müssen darum Korbinian Weber und Jörg Hartl. „Die müssen des Schäufele runterbringen.“ Sie tun es zu den wilden Klängen des beeindruckend-guten Tubisten Stefan Huber.

Locker-flockige Vorband TheMostCompany

Für die Zuhörer hatte der sportliche Abend bereits mit der Vorband TheMostCompany begonnen, einer ebenfalls siebenköpfigen Combo aus dem niederösterreichischen Mostviertel. Da scheint die Sonne gerade noch über die Alte Mainbrücke, als die lässigen Österreicher mit Reggae und Funk-Klängen die Menge zum Tanzen bringen. Mit ihrer „Live-Weltpremiere“, so Sänger Dominik Grubenthal, von „I geh auf da sunna“ („I'm walking on sunshine“) und dem ebenfalls locker-flockigen „Summasun“ stimmt TheMostCompany perfekt auf den schönen Sommerabend ein.

LaBrassBanda von der Brücke aus

Den genießt nicht nur das Publikum auf dem Gartenschaugelände. Auch oben auf der Alten Mainbrücke wippen die Leute mit – viele mit einem Stadtschoppen in der Hand. Damit sind sie zuweilen besser versorgt als die zahlenden Gäste unten. Es dauert eine Weile, bis die langen Schlangen an den Getränkeständen abgearbeitet sind. Das bleibt an dem Abend aber das einzig kleine Manko auf einem ansonsten perfekten Festivalgelände. Wie dafür gemacht, es beim Konzert mit Johannes Oerding  am Freitagabend und dem „Kitzingen-kann's-Festival“ am Samstag (siehe Infotext) erneut zu nutzen.

Der Dank an die Anwohner

Da passt es gut, dass Stefan Dettl von LaBrassBanda die Menge schön laut „Danke Bürgermeister“, „Danke Stadtrat“ und vor allem „Danke Anwohner“ rufen lässt. Er sei dankbar, dass „mitten in der Stadt so ein Konzert sein darf, das ist ebenso selten wie super“. Und damit dieses Glück nicht überstrapaziert wird und das Konzert pünktlich um elf endet, gönnt die Band sich und ihren schwitzenden Zuhörern kaum eine Verschnaufpause. „Ihr mögt's heute hart, oder?“ ruft Dettl. Die Menge jubelt.

Sich brutal scharf fühlen

Und so geben die Musiker nach einem jazzigen Stück, bei dem Posaunist Manuel Winbeck seine Klasse zeigt und der entspannenden Yoga-Einheit mit den Vorturnern Fabian Jungreithmayr (Bass) und Manuel Da Coll (Schlagzeug) noch mal Vollgas. Zu „Rhythm is a dancer“ auf bayerisch wird wild gezappelt, bei der Soul- und Freestyle-Party geht's auf Ansage Dettls acht Schritte vor Richtung Main – und wieder zurück. Und noch einmal die Arme in die Luft, die Hände eng über Gesicht und Körper gleiten lassen und sich „brutal scharf“ fühlen. Alle machen mit.

Muss lustig aussehen von oben. „Die Leute von der Brücke wissen gar nicht mehr, was los ist“, sagt Dettl lachend. Und gönnt den glücklichen Leuten vor sich mit „Nackert“ noch ihren Mitsing-Hit zum Abschluss.

Wilde Zeiten: Das Kitzingen-kann's-Festival bringt am Samstagabend die „Wild Times“ (das beliebte Festival des Kitzinger Kulturvereins PAM) zurück. Ab 17 Uhr gibt's auf dem Gartenschaugelände neben der Alten Mainbrücke ein breites Musikangebot.

Bands: Los geht's um 17 Uhr mit dem Comeback der rockigen x-rays, die vor über 30 Jahren als Schülerband gegründet worden waren. Um 19 Uhr legen The Hemlocks mit dem Beat der 60er-Jahre los. Weiter geht's ab 21 Uhr mit Cloud 7, einer Gruppe mit Stimmen aus Formationen wie Wirsching und Krauts oder Pink Dragon. Schließlich noch Reggae mit The Illegals von 23 Uhr bis 1 Uhr. Zudem gibt's auf dem Stadtbalkon Musik von verschiedenen DJ-Größen der Stadt.

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