MARKTBREIT

Tankstelle: Zweikampf beim Bürgerentscheid?

Das Bürgerbegehren zum Erhalt der Tankstelle in Marktbreit wird wohl Konkurrenz bekommen: Ein Ratsbegehren zählt zu den Überlegungen, die am gestrigen Donnerstag bei einem Treffen der Fraktionschefs zum geplanten Bürgerentscheid diskutiert wurden, wie Bürgermeister Erich Hegwein auf Anfrage erklärte.
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Die drei von der Tankstelle Marktbreit: Edith Keller, Anja Pflugmann und Angelika Pfeuffer (von links), hier auf einem Archivfoto vom August, haben das Bürgerbegehren ins Laufen gebracht. Foto: Foto: H. Meyer

Das Bürgerbegehren zum Erhalt der Tankstelle in Marktbreit wird wohl Konkurrenz bekommen: Ein Ratsbegehren zählt zu den Überlegungen, die am gestrigen Donnerstag bei einem Treffen der Fraktionschefs zum geplanten Bürgerentscheid diskutiert wurden, wie Bürgermeister Erich Hegwein auf Anfrage erklärte.

Ob das tatsächlich kommt, wird die Stadtratssitzung am Montag, 11. November, um 19.30 Uhr im Rathaus Marktbreit zeigen, wo das Bürgerbegehren als Tagesordnungspunkt 7 diskutiert wird.

Wahrscheinlichkeit ist hoch

Die Wahrscheinlichkeit für ein Ratsbegehren ist hoch: Schließlich hatte sich zuletzt eine klare Mehrheit im Marktbreiter Gremium (zehn gegen vier Stimmen) – zugunsten der Mainufer-Neugestaltung – für die Schließung der Tankstelle an der Staatsstraße zum Jahresende ausgesprochen.

Dieser Zeithorizont ist ausgesprochen eng, vermutlich zu eng. Schließlich muss das Bürgerbegehren – eventuell kombiniert mit einem Ratsbegehren – spätestens am 29. Dezember als Bürgerentscheid den Marktbreitern zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der Urnengang zwischen Weihnachten und Neujahr stößt bei Hegwein auf wenig Sympathie. Er hofft auf einen früheren Termin im Dezember. Klar nur: Ein Sonntag muss es sein.

Unbeirrt vom Bürgerentscheid verfolgt Hegwein die Pläne für einen Tankstellen-Neubau in Marktsteft: „Die zweite Tankstelle kommt. Das ist definitiv sicher.“ Nach einer Absprache mit den Marktstefter Räten kauft Marktbreit das Grundstück an der südlichen Marktstefter Stadteinfahrt gegenüber dem Gewerbegebiet Traugraben an der Staatsstraße.

Der Kaufvertrag, mit dem die Stadt Marktbreit den Daumen auf der Nachnutzung hat, werde in den nächsten Tagen unterzeichnet, so Hegwein. In den Startlöchern stehe weiter der Investor, dem die Stadt Marktbreit das Grundstück „zum gleichen Preis“ verkaufen werde. Bislang im Gespräch ist die Würzburger Projektbau Gerlach GmbH und als Betreiber der Konzern Tamoil mit einer HEM-Tankstelle.

Bevor die gebaut wird – oder auch nicht – müssen die Marktbreiter über den Erhalt ihrer Aral-Tankstelle abstimmen. Das Bürgerbegehren zeigte hier einen starken Rückhalt: 657 Unterschriften, gut doppelt so viel wie für das Bürgerbegehren nötig. Die Stimmenzahl würde auch beim Bürgerentscheid locker ausreichen, um den Aral-Standort zu erhalten. 20 Prozent der Wahlberechtigten wären dafür nötig: rund 600 Leute.

Rückenwind von Kunden

Diesen Rückenwind von Kunden und Bürgern spürt auch Angelika Pfeuffer, die mit zwei Kolleginnen von der Tankstelle das Bürgerbegehren ins Laufen gebracht hat. Zuletzt hätten weitere Kunden unterschreiben wollen, um ihre gewohnte Tankstelle vor der Schließung zu bewahren.

Motiviert hätten sie die im Kassenhaus ausgehängten Pläne für die geplante Umgestaltung, die eine begrünte und farblich dezente Einfügung der Tankstelle in die Uferpromenade zeigten.

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