Volkach

Tag der offenen Tür: Übungsschießen und militärische Modenschau

Mammut-Wochenende gestemmt: Die Volkacher Bundeswehr-Kaserne organisierte ein tolles Programm. Das war auch der passende Rahmen für den Rückkehrer-Appell mit Lobeshymnen.
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Im Schießsimulator durfte jeder Besucher, der wollte, einmal eine Waffe benutzen. Geschossen wurde ohne scharfe Munition, mit Luftdruck. Foto: Hanns Strecker
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Die Verbundenheit und Zuneigung zwischen Zivilisten und dem Volkacher Bundeswehr-Bataillon war am Samstag einmal mehr festzustellen . Als nachmittags der Rege nachließ, strömten Massen von Besuchern in die Kaserne. Verantwortliche sprachen von 2000 bis 3000 Besuchern.

Auf dem Kasernenareal stellte die Bundeswehr die gesamten soldatischen Aufgabengebiete dar, sowohl im Freien als auch in den Unterkünften. Ein Zuschauermagnet war das in einer Halle untergebrachte Schießzentrum mit dem Simulator. Hier lernte man den gefahrlosen Umgang mit Gewehr und Pistole kennen. Alle gängigen militärischen Schusswaffen waren mit einer speziellen Luftdrucktechnik ausgestattet. Wer den Abzug betätigte, traf per Luftdruck auf eine Projektwand, wo verschiedene Ziele dargestellt waren. Elektronisch wurden die Treffer angezeigt. "Dies ist deutlich kostengünstiger und ungefährlicher, als wenn man das mit scharfer Munition üben würde", erklärte der für die Schießübung verantwortliche Oberfeldwebel.

Besucher lernen "Dackelgarage" und "Musterstuben" kennen

Wie sich der Soldat in freier Natur vor Regen und Kälte schützen kann, zeigte ein kleines Camp mit verschiedenen Feuerstellen und der im militärischen Jargon  bekannten "Dackelgarage", einem winzigen Ein-Mann-Zelt. Natürlich durfte man sich auch die Unterkünfte der Soldaten ansehen, wo einige "Musterstuben" geöffnet waren. Nicht groß war der Raum, in dem immer fünf Soldaten in Stockbetten untergebracht sind und die Einrichtung war eher nüchtern: fünf Einheitsschränke, ein Tisch, fünf Stühle.

Staunen durften die Besucher, als sie sich einen geöffneten Schrank ansahen. Militärisch korrekt waren dort Hemden und  Hosen eingeordnet. Daneben die Sportsachen und die Hygieneartikel. Alles in exakt vorgegebenen Fächern. Und wirklich kein Krümel Staub! Fassungslos sah sich ein Vater um und meinte, dass der Schrank seines Sohnes daheim nicht so aussieht!

In einer Sporthalle gab es neben einem Indoor-Spielplatz für Kinder eine Modenschau für militärische Kleidung. Das Sachgebiet "Bundeswehr Kleidung" hatte dort alles ausgestellt, was der Soldat im militärischen Leben braucht. "Jeder Soldat hat andere Kleidungsansprüche, wenn er einen Auslandseinsatz hat – und dafür sind wir zuständig", erklärte der Leiter, Dieter Fritsch.

Über 600 Soldaten marschieren ein

In Volkach mussten zuletzt 160 Soldaten für ihren aktuellen Auslandseinsatz ausgestattet werden. Jetzt sind sie endlich wieder daheim. Major Ralf Breitsprechers Kompanie bereitet sich gerade für den Rückkehrer-Appell vor. Seine Einheit ist vor einigen Tagen nach Volkach zurückgekehrt – gesund, was das Wichtigste für ihn ist. Für den 32-jährigen Kompaniechef war es der zweite Auslandseinsatz. Die Freude auf zu Hause und die Familie ist ihm anzumerken. Über 600 Soldaten marschierten am Nachmittag unter Begleitung des Ehrenzugs und des Musikzugs Veitshöchheim zum Sportplatz der Kaserne, wo der feierliche Rückkehrer-Appell stattfand.

Man spürte förmlich bei allen Beteiligten die Erlösung, dass der Auslandseinsatz ohne gesundheitliche Schäden abgelaufen ist. Der Kommandeur, Oberstleutnant Frank Dannenberg, sprach "von einer hohen Arbeits- und Einsatzbelastung, wo sich die Soldaten immer professionell verhalten hatten". Oberst Gunter Bischoff, Chef der Logistik-Bataillone in Deutschland, sowie der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Florian Herrman, sprachen der Truppe ihre höchste Anerkennung aus. Der Presseoffizier des Standorts, Hauptmann Andreas Karg, äußerte sich am Ende der Veranstaltung so: "Alles hat geklappt. Und jetzt kann das Bataillon einmal durchschnaufen."

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