Mainbernheim
Aktionstag

Tag der offenen Gartentür in Mainbernheim

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Obst- und Gartenbauvereins Mainbernheim findet der Tag der offenen Gartentür im Landkreis Kitzingen am Sonntag ausschließlich im und rund um das Markgrafenstädtchen statt.
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Kunst im Garten: Ulrike Münzer platziert ihre Kreationen gerne mitten im Grün. Foto: Zimmermann
Kunst im Garten: Ulrike Münzer platziert ihre Kreationen gerne mitten im Grün. Foto: Zimmermann
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Musikfreunde kennen ihn schon lange, den Innenhof des Anwesens Klostergasse 2 in Mainbernheim. Inmitten von blühenden Geranien und Sorfinias finden dort seit 34 Jahren Hofkonzerte statt. Am Sonntag wird die Adresse zu einer der Anlaufstellen für Gartenfreunde.

Sechs berühmte Puttenskulpturen lassen sich dort bewundern. Zwei musizieren, die anderen stellen die vier Jahreszeiten dar. Die Originale von Johann Peter Wagner und Ferdinand Tietz befinden sich im Schlossgarten in Veitshöchheim. "Sechs Abgüsse waren freigegeben", erzählt Gertrud Göttemann stolz, "der vierte Abguss steht bei uns." Der mainfränkische Wagner war 1771 für 28 Jahre Hofbildhauer des Fürstbistums Würzburg. Die 14 Kreuzwegstationen am Käppele sind sein Werk. Tietz kam aus Böhmen und arbeitete im 18. Jahrhundert für Balthasar Neumann.

Wie bunt und charakteristisch man Innenhöfe gestalten kann, zeigt Wolfgang Höfig hinter den Toren der Herrnstrasse 2. Das letzte Haus vor dem Unteren Tor kam in den 1950er Jahren in den Besitz seiner Familie. Genaue Bauzeiten und Ursprünge sind in der Vergangenheit hängen geblieben. Die Familie Höfig zog 1979 ein und, wie das jüngste Familienmitglied verriet, "küsste es aus seinem Dornröschenschlaf wach".

Uralte Bäume

Betritt man die Altstadt vom Oberen Tor aus geht es, gleich auf der rechten Seite, hinter dem Tor der Herrnstraße Nr. 49 vorbei an einer romantischen Rosenlaube, hinauf zu einem Teich. Im Schatten eines uralten Kirschbaumes schwimmen zwischen blühenden Seerosen weiße Koifische inmitten von unzähligen schwirrenden Goldfischen.

Durchschreitet man das Untere Tor und verlässt die mittelalterlichen Stadtmauern, begegnet man nach wenigen Schritten dem Alten Friedhof. Er ist allein schon wegen seiner Arkaden und monumentalen Grabsteine, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen, einen Besuch wert.

Auf dem Hügel dahinter beginnt das Neubaugebiet. Der erste Garten am Oberen Bühl ist in Hanglage angebaut. "Noch haben wir hier einige Treppchen", zeigt Peter Dodt schmunzelnd an. "Aber gleich neben der Rebzeile ist schon der seichte Weg für den Rollator vorbereitet", scherzt der Hobbygärtner.

Schräg gegenüber wird der Besucher von der eigenwilligen Konstruktion des Hauses ein wenig herausgefordert. Geometrisch angelegte Holzbalken lassen den Kopf einziehen. Und auf dem Carport gibt es kein langweiliges Wellendach, sondern eine blühende Blumenwiese.

Elegant wie ein Park

Ein paar Meter weiter, im Fröhstockheimer Weg 3, öffnet sich dem Besucher ein eleganter, parkähnlich angelegter Garten. Weiter unten, in der Rödelseer Straße 10, überrascht Ulrike Münzer mit ihren eigenwilligen Tierskulpturen aus den verschiedensten Materialien, die sie gerne zwischen Fuchsien und Geranien in ihrem Garten platziert.

Weiter draußen, auf der Straße nach Willanzheim, trifft der Besucher auf die immense Kakteensammlung von Joachim Gebert. Seine Pflanzen kommen aus der ganzen Welt, er kennt alle mit ihren Namen, hat sie aber nie gezählt. Im Winter bringt der unermüdliche Sammler jeden Topf ins Haus. Kakteen in den Keller, Geranien und Fuchsien in den Dachboden.

Wer Richtung Michelfeld fährt, kommt über die zweite Abbiegung links zum Amtsstück. Dort wartet Bürgermeister Karl Wolf auf die Besucher. Seine Frau Ingeborg pflegt den Blumen- und Nutzgarten, in dem auch alte Äpfelbäume stehen.

Gleich nach dem Gewerbegebiet gibt es eine echte Sehenswürdigkeit: Die Familie Reinhart gründete Ende der 1950er Jahre dort am Waldrand den ersten Aussiedlerhof in Mainbernheim. Aus einer Notlage wurde heute eine Seltenheit. Gleich zu Beginn des Grundstücks blickt man auf ein rechteckiges Schilfbeet. Darunter befindet sich eine "pflanzliche Kläranlage".

Weitere interessante Nutzgärten und vielfältig angelegte Blumengärten gibt es am Sonntag entlang der Sicker am Mühlenweg und nahe der B8, im Reiterhof Reifenscheid, zu sehen.


Der Tag der offenen Gartentür


Alle Gärten sind am Sonntag, 30. Juni, von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Der Fuß- und Radwege zu den Gärten sind ausgeschildert. Bitte beachten Sie auch die Wegweiser zu den Sammelparkplätzen.

Beschreibungen aller beteiligten Gärten, sowie eine Routenplanung sind im Internet unter www.kitzingen.de/gartenkultur abrufbar. Informationen gibt die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Kitzingen, Mechthild Engert (Tel. 09321/928-4205).

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