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Tafel-Vorsitzender: Beschwerde über eigene Versäumnisse

Zu „Bald sind es 150 Menschen mehr“ vom 11. Oktober:
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Foto: Eo Borucki

Die Schließung der Kitzinger Tafelräume in Etwashausen ist natürlich bedauerlich. Jetzt beschwert sich der Tafel-Vorsitzende Manfred Seigner, eine große Anzahl Bedürftiger zusätzlich noch versorgen zu müssen. Sie würden den Ehrenamtlichen der Tafel aufgebürdet, ohne dafür zu sorgen, dass sie in einem neuen Tafelladen angemessen versorgt werden können.

Wie nach der Gründung der Kitzinger Tafel die Räumlichkeiten und deren Ausstattung von den Gründungsmitgliedern zu organisieren waren, so ist die Aufrechterhaltung des Tafelbetriebs organisatorisch vom ersten Vorsitzenden zu bewerkstelligen – maßgeblich. Eine Gruppe verantwortlicher Tafelmitglieder verlangte schon vor Jahren von Seigner, er möge eben wegen dieser Pflichten, zwei oder drei Helfern das eigenständige Führen der Sparten Beschaffung, Lager, Fuhrpark und Lebensmittelausgaben verantwortlich überlassen, um ihn zu entlasten.

Unsere Prophezeiungen, dass Seigner Schwierigkeiten bekommen würde, wenn er die Aufgaben nicht aufteile, sind eingetreten. Er blieb beim „Weiter so“. Unsere seinerzeitige Absicht schlug fehl. Wir, die die Änderungen forderten, wurden der Palastrevolution bezichtigt und verließen letztlich die Tafel. Es blieb alles beim Alten. Nur noch wenige einer einstmals schlagkräftigen Truppe sind verblieben.

In einem Verein, in dem die Mehrheit bestimmen sollte, hat Seigner als Vorsitzender uneingeschränkt das Sagen und er beschwert sich noch für eigene Versäumnisse. Was für eine Ironie.

Wolfgang Walther
97318 Kitzingen

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