RÜDENHAUSEN

TSV Rüdenhausen kommt zur Ruhe

Der Turn- und Sportverein Rüdenhausen bewegt sich wieder in ruhigem Fahrwasser. Nach Monaten der Ungewissheit genossen die Mitglieder regelrecht eine entspannte und von Ehrungen gekennzeichnete Jahreshauptversammlung in der Sporthalle des TSV.
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Ehre, wem Ehre gebührt: Der Vorsitzende des TSV Rüdenhausen, Norbert Bergmann (rechts), und sein Stellvertreter Günter Dürner (3. v. re) ehrten bei der Jahreshauptversammlung zahlreiche Mitglieder für 25, 40, 50, 60 und 65 Jahre Mitgliedschaft. Foto: Foto: Guido Chuleck

Der Turn- und Sportverein Rüdenhausen bewegt sich wieder in ruhigem Fahrwasser. Nach Monaten der Ungewissheit genossen die Mitglieder regelrecht eine entspannte und von Ehrungen gekennzeichnete Jahreshauptversammlung in der Sporthalle des TSV.

„Wir haben ein tragfähiges und gut funktionierendes Vorstandsgremium mit anpackenden und Verantwortung übernehmenden Ausschuss-Mitgliedern, so dass der Vereinsbetrieb in gewohnten Formen laufen und weiterleben kann“, sagte TSV-Vorsitzender Norbert Bergmann in seinem Rechenschaftsbericht.

Austrittswelle gestoppt

Was die Berichte sowohl der Kassiererin Petra Zeidler (vorgetragen von der 2. Kassiererin Daniela Ihrig), der Schriftführerin Dagmar Winter (vorgetragen von Karin Lauerbach) und die Berichte aus den Abteilungen auch eindrucksvoll belegten. Zwar hatten 28 Mitglieder dem Verein im vorigen Jahr den Rücken gekehrt, weil die Zukunft in den Sternen gestanden hatte. Doch diese Austrittswelle ist nicht nur gestoppt, sondern ins Gegenteil gekehrt.

Seit dem 1. Januar verzeichnet der Verein 17 Neumitglieder, den größten Anteil daran darf sich die Abteilung der Turnzwergengruppe auf die Fahne schreiben. Angefangen hatte die Gruppe, berichtete deren Leiterin Manuela Hilpert, am 7. Oktober vorigen Jahres mit neun Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren, Ende des Jahres waren es schon 15, und aktuell zählen die Turnzwerge 23 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren.

„Davon sind 19 aus dem Kindergarten und vier aus Castell“, sagte Hilpert, „und wir haben schon genügend Anfragen für eine zweite Gruppe.“ Die wäre auch sehr notwendig, denn der Rekord beim Turnen waren 22 Kinder, „das wird für mich dann schon etwas anstrengend“. Daher sucht sie händeringend nach Unterstützung, um eine zweite Gruppe anbieten zu können. Ihrem Antrag an den Vorstand, ein Bällebad und einen Kriechtunnel (50 bis 70 Euro) anzuschaffen, gab der Vorsitzende spontan eine mündliche Zusage.

In der zehnköpfigen Theatergruppe, geleitet von Carina Lang, haben sich Lücken aufgetan. Um das Stück „Ruhestand – und plötzlich ist die Ruhe weg“ proben und aufführen zu können, sucht sie einen Regisseur und zwei männliche Darsteller aus den Reihen der 327 Mitglieder des Vereins. „Frauen dürfen sich natürlich auch melden, dann können wir vielleicht mal in einer etwas größeren Besetzung spielen“, sagt Lang.

Einziger Wermutstropfen des Abends war der Rücktritt von Marina Ackermann als Korbball-Trainerin. Sie legt nach elf Jahren ihr Amt nieder, auch weil sie mit den, wie sie sagte, „teilweise verletzenden Äußerungen einzelner Personen“ nicht mehr leben könne.

Auch die einzelnen Abteilungen verfügen jetzt wieder über funktionierende Vorstände. Weil die Zukunft des Vereins auf Messers Schneide gestanden hatten, hatten beispielsweise die Schützen mit ihrer Vorstandswahl so lange gewartet, bis feststand, ob es den Hauptverein weiterhin geben werde. Dass es ihn gibt, darüber zeigte sich Bürgermeister Gerhard Ackermann sehr angetan.

Freiwillige gesucht

Um den Zusammenhalt voran zu treiben, lud er die Mitglieder gleich zu einer Gemeinschaftsaktion ein. An der Kirchenscheune müsste das Ziegeldach abgedeckt werden, und dafür werden am 21. März ab 9 Uhr noch „einige junge Vereinsmitglieder, die kräftig mit anpacken, gesucht, auch um das Dach nach den Arbeiten wieder zu decken“. In einem kleinen Ort wie Rüdenhausen „schweißt so eine Arbeit weiter zusammen“, so der Bürgermeister.

Nach exakt zwei Stunden schloss der Vorsitzende eine unaufgeregte und entspannte Jahreshauptversammlung mit dem Wunsch, dass diejenigen, die die Angebote des TSV nutzen würden, auch Vereinsmitglieder werden sollten, „dadurch wird der Spiel- und Sportbetrieb gestärkt, im Interesse eines funktionierenden Dorf- und Vereinslebens“.

Ehrungen beim TSV Rüdenhausen

25 Jahre Mitgliedschaft: Jessica Ackermann (Kinderturnen, Gardetanzsport, Theatergruppe), Frank Mahr (Fußball), Werner Karl (Theatergruppe, Bühnenbild, Pistolenschütze, Männersport), Roland Schäfer (Tischtennis), Karl Lindner (Tischtennis, Marathon-Läufer), Sabrina Winter (Tischtennis).

40 Jahre: Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen (Sportart nicht angegeben), Gerda Haumer-Kirilmaz (Helferin in der Küche, Wirtschaftsbetrieb), Ulrike Schäfer (Tischtennis), Egon Meinlschmidt (Fußball), Ludwig Dürr (Fußball), Michael Dürr (Fußball, Tischtennis), Rüdiger Cholewinski (Fußball), Jürgen Nürnberger (Fußball), Andreas Werner (Pfarrer in Mellrichstadt, Anm. d. Red.) (Fußball), Dagmar Winter (Schriftführerin).

50 Jahre: Lydia Bernert (erste weibliche Vorsitzende von 1986 bis 2000), Jürgen Bock (Fußball), Richard Klein (Fußball), Heinrich Hey (Schützen), Pfarrer Ernst-Ludwig Werner (passiv), Helmut Lindner (Gönner und Förderer des Vereins), Hermann Wägelein (Schützen).

60 Jahre: Wilhelm Pfeiffer (Schütze).

65 Jahre: Erwin Roth (Leichtathletik, Fußball, Gründungsmitglied der Schützenabteilung, Jugendbetreuer).

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