KITZINGEN

THW war 15 246 Stunden im Dienst

45 aktive Helfer tun beim THW-Ortsverband Kitzingen Dienst. Dazu kommen 26 Reservehelfer. 31 weitere Männer und Frauen gehören der sogenannten Alters- und Ehrengruppe an. Die Frauenquote beim Technischen Hilfswerk liegt bei 13,5 Prozent. Dass die Freiwilligen 2011 ein beeindruckendes Pensum leisteten, belegte am Freitagabend der Ortsbeauftragte Alexander Fischer bei der Hauptversammlung.
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„Raus aus dem Alltag. Rein ins THW“ lautet der Slogan, mit dem das Technische Hilfswerk auch in Mellrichstadt um neue Mitglieder wirbt. Foto: Foto: THW

45 aktive Helfer tun beim THW-Ortsverband Kitzingen Dienst. Dazu kommen 26 Reservehelfer. 31 weitere Männer und Frauen gehören der sogenannten Alters- und Ehrengruppe an. Die Frauenquote beim Technischen Hilfswerk liegt bei 13,5 Prozent. Dass die Freiwilligen 2011 ein beeindruckendes Pensum leisteten, belegte am Freitagabend der Ortsbeauftragte Alexander Fischer bei der Hauptversammlung.

Die Aktiven erbrachten im vergangenen Jahr 15 246 Ausbildungs- und Einsatzstunden. Rein rechnerisch bedeutet dies, dass jeder THW'ler im Schnitt 217 Arbeitsstunden leistete. Das entspricht 27 Arbeitstagen mit je acht Stunden, rechnete Fischer vor.

Die besonders Aktiven

Einige Helfer taten sich wieder besonders hervor. Dies waren Jochen Dürr mit 501 Stunden, Markus Hölzel (422), Florian Raab (420), Thorsten Dennerlein (402) und Horst Ludwig mit 384 Stunden.

Im vergangenen Jahr wurden die Freiwilligen zu 29 Einsätzen angefordert. Darunter waren bei Autobahnbereitschaften (THV-Dienste) 22 Unfälle mit insgesamt 54 Fahrzeugen, bei denen 19 Menschen verletzt wurden, berichtete der Ortsbeauftragte. Er erinnerte daran, dass das THW Kitzingen diese Bereitschaften seit über 40 Jahren leistet. Weitere Einsätze waren die Bergung eines Bootes aus dem Main und die Beseitigung eines Baumes nach einem Blitzschlag. Dazu kamen der Einsatz beim Hochwasser 2011, ein Alarm nach Eisregen auf der Autobahn, die Suche nach einem ertrunkenen Polizeibeamten auf dem Main bei Kitzingen sowie zwei Einsätze nach einem Selbstmord und einem Selbstmordversuch an der Marktbreiter Autobahnbrücke.

Schule fürs Leben

Acht Helfer besuchten Ausbildungslehrgänge an Katastrophenschutzschulen. Lehrgänge zu besetzen werde immer schwieriger, da immer weniger Arbeitgeber bereit seien, Mitarbeiter freizustellen, so Fischer. Er dankte den Führungskräften und Helfern für deren Arbeit. Der Ortsbeauftragte berichtete auch über internationale Einsätze der Hilfsorganisation, beispielsweise während der Libyenkrise, als das THW in Tunesien Flüchtlingslager errichtete, in Japan nach dem Tsunami und Reaktorunglück oder in Äthiopien beim Bau von Flüchtlingslagern.

Der stellvertretende Landrat Robert Finster lobte das Können und das Leistungsspektrum der Freiwilligen, aber auch die Jugendarbeit. Als ehemaliger Polizeibeamter sei er mit der Arbeit des THW bestens vertraut. Diese würdigte auch Karl-Heinz Keupp von der Verkehrspolizeiinspektion Biebelried. „Hier lernt man was fürs Leben“, sagte er. Das THW leiste auf der Autobahn eine reibungslose und professionelle Unterstützung. „Diese Arbeit verdient Respekt und hohe Anerkennung“, so der Polizeibeamte. Er mahnte aber auch zur Vorsicht. Der Ausbau der A3 bringe für die Hilfskräfte Gefahren mit sich, weil manche Fahrer mit sehr hohem Tempo unterwegs seien und Unfallstellen trotz Absicherung sehr spät registrieren würden.

THW-Geschäftsführer Rainer Stein (Karlstadt) zeigte sich erfreut, dass der Zulauf von Jugendlichen zum THW nach wie vor gut sei. Allerdings würden viele wegbleiben, sobald sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen. Er bedauerte die mangelnde Anerkennung der Freiwilligkeit „in einer zunehmend von einer Vollkasko-Mentalität geprägten Gesellschaft“. Stein berichtete von Streitfällen mit Versicherungen, die sich weigerten, Beträge von 80, 100 oder 150 Euro zu bezahlen, die das THW für Betriebsstoffe und Geräteeinsätze in Rechnung stelle. Das Geld fehle den Ortsverbänden im ohnehin knappen Etat.

„Es reicht auch nicht aus, wenn die Politik als Anerkennung der Leistung von Freiwilligen Freikarten für Schwimmbäder verteilt“, sagte Stein. „Hier muss man sich 'was anderes überlegen“, so der Geschäftsführer.

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