KITZINGEN

THW-Übung: Meißel und Hammer in der Schule

Dass ein kurz vor dem Abbruch stehendes Gebäude noch für was gut sein kann, zeigte sich am Samstag im Schulzentrum in Kitzingen.
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Die vor dem Abriss stehende alte Realschule im Kitzinger Schulzentrum war am Samstag der ideale Übungsort für das Technische Hilfswerk. Die Aufgabe für die Mitglieder des Technischen Zuges war das Retten von Personen aus versperrten Räumen. Der Zugang musste erst geschaffen werden, mit Hammer und Meißel durch die Wand. FOTO: Siegfried Sebelka Foto: Siegfried Sebelka

Dass ein kurz vor dem Abbruch stehendes Gebäude noch für was gut sein kann, zeigte sich am Samstag im Schulzentrum in Kitzingen. Dort waren 22 Mitglieder des Technischen Zugs des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz. Der Auftrag: Retten von Personen aus versperrten Räumen.

Einsatz

Dass man mal kurz mit dem Elektromeißel und dem Vorschlaghammer eine Wand zertrümmern darf, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen, kommt auch nicht allzu oft vor. In der alten Realschule konnten sich die THW'ler an den Klinkerwänden ungestraft austoben.

Idealer Übungsort

Wie der THW-Ortsbeauftragte Alexander Fischer sagte, war für die Schule beim Landkreis zuständige Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner gleich dabei, als er wegen einer Übung in dem alten Schulgebäude nachfragte. Damit stand ein „ideales Gebäude“ für eine Einsatzübung fest. Die bietet das THW neben den wöchentlichen Ausbildungsabenden einmal im Quartal an.

Explosion angenommen

Um 8 Uhr rückte der technische Zug in der Kanzler-Stürtzel-Straße an. Einsatzleiter und Zugführer Michale Hack sah sich mit einem Drehbuch konfrontiert, das von einer Explosion im obersten Stock des siebenstöckigen Hause ausging. Der obere Teil war verqualmt, mehrere verletzte Personen wurden in dem Gebäude vermutet.

Atemschutz und Körpereinsatz

Der Einsatz lief an. Vorneweg die Träger des schweren Atemschutzes, die sich ins verqualmte Obergeschoss durchkämpfen mussten. Danach ging es darum, vermisste Personen erst einmal zu finden und dann zu retten – und zwar aus versperrten Räumen.

Das heißt, schweißtreibender Einsatz von Elektromeißel und Vorschlaghammer. Dass das auch die Jüngeren in der Truppe beherrschen, zeigte der reibungslose Abtransport der am Ende sieben „verletzten“ Puppen und ein zufriedener Zugführer: „Alles hat geklappt.“

Abbruch ist vergeben

Die aus den 1970er Jahren stammende und wegen Brandschutzgründen seit einigen Jahren leer stehende Schule wird nicht mehr allzu lange für Übungszwecke zur Verfügung stehen. Den Auftrag für den Abbruch hat der Schulausschuss des Kreistags bereits vergeben. Anfang April sollen der Ausbau der Einrichtung und der Installation beginnen. Das Ziel: Zum Start der großen Ferien soll der Bagger abrücken und das Hochhaus Stück für Stück einlegen. Am Ende der Ferien sollen die lautstarken Arbeiten vorbei und von der Schule nicht mehr zusehen sein.

Das THW wird sich dann ein neues Übungsfeld suchen müssen. Fischer ist sicher, dass er es finden wird, damit seine Leute trainieren können.

Interessierte willkommen

Wie Fischer sagte, sind Interessierte beim THW willkommen. Einfach am Dienstag, ab 19 Uhr bei der THW-Unterkunft in der Floßhafenstraße vorbeischauen. Infos: Alexander Fischer Tel. (01 72) 36 64 130.

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