Kitzingen

TG Kitzingen blickt auf 100 erfolgreiche Leichtathletik-Jahre zurück

Die Leichtathletik der TGK feiert in diesen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen. Eine Feierstunde erinnerte an Spitzenleistungen und überdurchschnittliche Erfolge.
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Kitzingens Spitzen-Leichtathlet Hermann Strauß bei einem Weitsprung in den 50er Jahren in der Florian-Geyer-Halle.                                                                                                  Foto: TGK-Archiv
                                                                                                                                 
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Die Leichtathletik der TGK feiert in diesen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen. Eine Feierstunde erinnerte an Spitzenleistungen und überdurchschnittliche Erfolge. Zur Gründung kam es 1919. Damals beschloss die 1848 gegründete TGK eine  Leichtathletik-Abteilung einzurichten und beschaffte Stoppuhren, Stoßkugeln und Bandmaß, berichtete Abteilungsleiter Andreas Lapp. Bereits 1924 trug sich Albert Rank als erster bayerischer Meister in die Vereinsannalen ein. Damals wurde auch die Rundbahn mit Turnplatz an der Repperndorfer Straße in Angriff genommen. 

Bürgermeister Stefan Güntner dankte dem Verein für 100 Sportjahre. Die Leichtathletikabteilung sei sehr breit aufgestellt und habe daher echte Sportgrößen hervorgebracht. Er unterstrich, dass die Stadt hinter dem Sport stehe und im Sickergrundstadion in den nächsten Jahren Millionen investieren werde. Er hoffe, dass dort wieder einmal bayerische Meisterschaften ausrichten werden. Wie Lapp ergänzte, sei dies 2022 durchaus denkbar, dann werde dort eine Hammerwurfanlage eingerichtet.

Beste Aschenbahn in Unterfranken

Zur Einweihung kamen im Gründungsjahr 2500 Zuschauer und rund 600 Sportler. 1930 wurden unterfränkische Meisterschaften ausgetragen, da die Aschenbahn damals als die qualitativ beste in Unterfranken galt. 1935 glänzte Melchior Karg als bester Jugendlicher Deutschlands im Speerwurf und Jakob Lang gehörte zum Kader für die Olympischen Spiele in Berlin.

Nach dem Krieg herrschte Stillstand, die US-Army beschlagnahmte das Gelände und nutzte es bis 1947 als Abstellplatz für Militärfahrzeuge. Helmut Ott erinnerte in seiner Ansprache, dass die Amerikaner Motorradrennen und Reitturniere auf beschlagnahmten Pferden ausrichteten und so den Platz ruinierten. Nach dem Krieg machte die 1953 in die Sporthalle integrierte Weitsprunggrube die Kitzinger Halle einmalig in Nordbayern, Hallensportfeste wurden möglich.

Zwei Jahre später richtete die TGK mit ehrenamtlichen Helfern die 325 Meter-Rundbahn wieder her, berichtete Toni Baum, ehemals selbst erfolgreicher Sportler und TGK-Vorsitzender. Es fehlte damals noch ein Fangnetz für Hammer- und Diskuswurf. Anstelle von Startblöcken mussten individuelle Löcher gegraben werden. Wettkämpfe mit Vereinsmannschaften aus der Türkei, Schweden, Österreich und Frankreich unterstrichen die Bedeutung des sportlichen Standorts in der Kreisstadt.

Sportliche Spitzenleistungen im TG Kitzingen

Sportlicher Höhepunkt war unter anderem der siebte Platz im Dreisprung von Hermann Strauß bei den Europameisterschaften in Stockholm, seine Teilnahme an drei deutschen Meisterschaften und sein deutscher Rekord 1958 mit 15,59 Metern, die, so Toni Baum, auch nach 60 Jahren immer noch eine unterfränkische Bestmarke darstellt. Strauß feierte später weitere Erfolge in der Seniorenklasse bei Welt- und Europameisterschaften. Christa Bäuerlein wurde 1959, 1961 und 1962 deutsche Jugendmeisterin im Hochsprung mit 1,63 Metern und sprang mit 1,68 Metern Rekord. 1955 wurde Erich Seifert mit 3,43 Metern im Stabhochsprung – gesprungen mit einem Bambus-Stab – Unterfrankenmeister.

Die Erfolge setzten sich auch in den 70er Jahren fort: Christine Henneberger berichtete, dass die Leichtathleten damals in vielen Disziplinen und Altersklassen sowie im Mehrkampf Erfolge feierten. Hermann Strauß brachte 1977 von der Senioren-WM in Göteborg einen kompletten Medaillensatz mit: Gold im Dreisprung, Silber in der 4 mal 100 Meter Staffel und Bronze im Weitsprung. Die Stadt bereitete ihm einen begeisternden Empfang. 1978 errang er noch einmal einen Europameistertitel im Dreisprung.

Großereignisse auch in den 80er Jahren

In den 70er und 80er Jahren baute die Stadt das Sickergrundstadion mit Leichtathletikanlagen, in dem 1982 unterfränkische Meisterschaften abgehalten wurden. Im gleichen Jahr verkaufte die TGK ihre Sportanlagen an der Repperndorfer Straße an die Stadt. Mit verbesserten Trainingsmöglichkeiten stiegen auch die sportlichen Erfolge im Vierkampf. Damals brillierte Jochen Neumann bei den Juniorenweltmeisterschaften 1988 in Kanada, wo er mit 47,88 Sekunden über 400 Meter Vereinsbestzeit lief. 

Dann gingen die Erfolge laut Andreas Lapp zurück. 1993 sprang sich Thomas Kesselring mit 15,48 Metern bis auf 11 Zentimeter an den Hermann-Strauß-Rekord heran. Zwei Jahre später nahm Sengenberger am New York-Marathon teil, wo er unter 25000 Teilnehmern den 99. Platz belegte. Ein Jugend-Ländervergleich zwischen Schweiz, Niederlande und Bayern 1994 sowie die Seniorenmeisterschaften 1995 waren die letzten Großereignisse. Vorsitzende Yvonne Schmidt-Sauerbrei bezeichnete die Leichtathletik als Basis der TGK, die in 100 Jahren immer weiter gewachsen sei.

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