Kitzingen

Streit ums Bürgerzentrum: Für die Stadt ist der Hotelbau sicher

Die Entwicklung um das Kitzinger Bürgerzentrum spitzt sich zu: Zum Jahresende müssen die Vereine dort ausziehen. Der Dachverein will kämpfen – die Stadt hält dagegen.
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Das Kitzinger Bürgerzenrum in der Schrannenstraße soll zum Hotel umgebaut werden. Die dort untergebrachten Vereine müssen ausziehen. Foto: Julia Lucia

Die Entwicklung um das Kitzinger Bürgerzentrum spitzt sich zu: Zum Jahresende müssen die Vereine dort ausziehen. Der Dachverein will kämpfen – die Stadt hält dagegen. In einer Pressmitteilung nimmt sie ausführlich Stellung:

"Seit mehr als einem Jahr steht fest, dass am Main im Bereich der Schrannenstraße ein Hotelprojekt entstehen wird. Der Stadtrat hat sich dafür in seiner Sitzung am 27.07.2017 eindeutig  mit 24:4 Stimmen entschieden. Auch wenn bei dem einen oder anderen immer noch Zweifel herrschen – eines steht fest: Das Hotel kommt und der Bauantrag ist eigentlich nur noch reine Formsache" schreibt die Stadtverwaltung.

Stadt: Das Hotel wird kommen

Investor Wolfgang Rosentritt stellte das Projekt in einer nichtöffentlichen Stadtratssitzung und einige Tage später in einem Gespräch mit dieser Redaktion öffentlich vor. Er will 2020 um- und neubauen. "Besonderes Augenmerk liegt bei den Sanierungsmaßnahmen darauf, dass die hohen Anforderungen an den Denkmalschutz eingehalten werden. Sowohl das Bauamt als auch das Landesamt für  Denkmalschutz und der Stadtheimatpfleger haben bei der Planung ein kritisches Auge darauf geworfen, sind jetzt aber mit dem Ergebnis zufrieden", betont die Stadt.

Der Zeitplan hat Folgen: "Dem Bürgerzentrum wurde rechtzeitig und unter Wahrung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum 31.07.2018 gekündigt." Seither könne das  Bürgerzentrum trotzdem die Räume nutzen – bis auf Weiteres.

Die Stadtverwaltung stellt klar: "Von Anfang an leistete die Stadt den Verantwortlichen des BZ Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Die Objekte in der Schmiedelstraße und in der Oberen Kirchgasse erschienen dem BZ als ungeeignet", ein von ihnen präferiertes Gebäude in der Nachbarschaft des BZ scheiterte gemäß Stadtratsbeschluss, weil die Mietforderungen des Besitzers zu hoch waren.

Bürgerzentrum hat alle Alternativen abgelehnt

Wie es weiterging, schildert die Stadt so: "Darüber hinaus wurde der Verein aufgefordert, eigene Aktivitäten hinsichtlich der Raumsuche zu starten. Ergänzend dazu erhielt der Verein eine Liste mit Optionen, die andere Vereine im Stadtbereich anbieten. Im September 2019 übermittelte die Stadt eine weitere Option an das Bürgerzentrum, das ehemalige Weidt-Gebäude, das  zur Vermietung steht. Aus einem Schreiben des Bürgerzentrums vom 19.10.2019 an die Stadt geht hervor, dass  in dem Weidt-Gebäude nur eine kurzfristige Unterbringung möglich wäre, und deshalb das Objekt für den Verein nicht in Frage kommt." Im Gegensatz dazu schreibt die Verwaltung: "Wir als Stadt können dies nicht bestätigen, denn uns liegt ein Angebot über eine zehnjährige Nutzung vor."

Zuletzt habe die Stadt mit Überraschung die Aussagen des Bürgerzentrums in einem Bericht dieser Redaktion zur Kenntnis genommen, dass sich die Raumanforderungen innerhalb von zwei  Jahren nahezu verdoppelt hätten. Bisher seien es am derzeitigen Standort 251 Quadratmeter plus 146 Quadratmeter; nun werde der Raumbedarf mit 700 bis 800 Quadratmetern beziffert. 

Stadt will weiterhin helfen

Die Pressemitteilung der Stadt endet mit der Aussage, dass sie weiterhin bereit sei, das Bürgerzentrum bei der Suche nach einer neuen Unterkunft zu unterstützen: "Aber dafür bedarf es eines konstruktiven Miteinanders und der Unterstützung von beiden Seiten."

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