TIEFENSTOCKHEIM

Strafe für Straßenverschmutzer verlangt

In der letzten der vier Bürgerversammlungen der Gemeinde Seinsheim in Tiefenstockheim köchelte es. Vor allem über verunreinigte Straßen, Hundehaufen, Müll, Abwassergebühren und die Kirchenglocken gab es Beschwerden. Bürgermeister Heinz Dorsch behielt die Ruhe und glättete die Wogen.
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Friedlich liegt Tiefenstockheim im Tal: Doch viele kleine Dinge wie Dreck auf der Straße, Hundehaufen auf dem Kirchplatz, oder das Schlagen der Glocken in der Nacht beschäftigen manchen Redner in der Bürgerversammlung. Foto: Foto: Gerhard Krämer

In der letzten der vier Bürgerversammlungen der Gemeinde Seinsheim in Tiefenstockheim köchelte es. Vor allem über verunreinigte Straßen, Hundehaufen, Müll, Abwassergebühren und die Kirchenglocken gab es Beschwerden. Bürgermeister Heinz Dorsch behielt die Ruhe und glättete die Wogen.

„Es gibt Bürger, die samstags nach 14 Uhr noch ihren Mist fahren und die Straßen wieder verdrecken“, machte Edgar Röllinger seinem Unmut Luft. Hier sei der Bürgermeister gefragt. Und Ferdinand Scheller fügte hinzu, dass in einer anderen Landkreisgemeinde der Bürgermeister hinter solchen Leuten herfahre, die dann auch eine entsprechende Strafe bekämen.

„Nicht immer nur den leichten Weg suchen, sondern auch einmal streiten“, forderte Scheller. In Seinsheim laufe derzeit schon ein Bußgeldverfahren, sagte Dorsch. Jedoch sei dies nicht einfach. Denn die Gemeinde benötige immer Zeugen, weil sie in der Beweispflicht sei.

Ross und Reiter nennen, fotografieren und es bezeugen, das gelte auch bei unvernünftigen Hundehaltern, die ihre Vierbeiner ihr Geschäft im ganzen Dorf verrichten ließen, machte Dorsch klar. Eine generell geforderte Erhöhung der Hundesteuer lehnte er strikt ab. „Wir können nicht alle bestrafen, wenn einzelne Hundehalter versagen.“ Die Hundeverordnung der Gemeinde gebe viel her, aber der Verursacher müsse zweifelsfrei feststehen.

Nicht nur die Hundehaufen sind es, die die Tiefenstockheimer erzürnen, sondern auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen und weiterer Unrat, die Unvernunft mancher, die mit schwerem Gerät die aufgeweichten Erdwege befahren und Zeitgenossen, die keinen Respekt mehr vor Eigentum haben: „Zwei Tage vor Weihnachten haben sie mir aus meinem Garten einen Christbaum geschnitten“, erzählte ein Bürger. Röllinger forderte deshalb Strafen und auch den Gang vor Gericht. Weswegen die Bürger nun aufpassen und ihn dann anrufen sollen, sagte Dorsch.

Nachdem sich bei einem Bürgerbegehren vor Jahren die Bürger für die personenbezogene Abrechnung bei den Abwassergebühren entschieden hatten, war zu diesem Thema Ruhe eingekehrt. Auch in der im vergangenen Jahr einzigen Bürgerversammlung in der Gemeinde hatte sich die deutliche Mehrheit der anwesenden Bürger für die Beibehaltung ausgesprochen. Jetzt soll die Gebühr wegen der Kostendeckung angehoben werden. In Tiefenstockheim regten sich nun Stimmen, die die verbrauchsbezogene Abrechnung wünschen. Falls einer Widerspruch gegen die bisherige Praxis – einzigartig in Unterfranken – einlege, werde es eine Änderung geben, kündigte Dorsch an.

Solche möchte Dorsch aber nicht bei den Kirchenglocken. „Es wäre schön, wenn es weniger läuten würde“, meinte ein Bürger in der Versammlung, stieß aber sogleich auf Widerstand. „Ich bin hier im Dorf“, rief einer sogleich und ein anderer riet der Gemeinde, es hier auf jeden Fall auf eine Klage ankommen zu lassen, denn die Glocken schlügen schon seit Jahrzehnten. Zudem könnte es in Tiefenstockheim wegen der bestehenden Technik sehr teuer werden etwas zu verändern. „So etwas hinterlässt Narben“, warnte er und bat eindringlich um des lieben Friedens Willen: „Lasst es, wie es ist – es gehört dazu.“

Die Themen zeigten aber, dass wie auch in den anderen Gemeinden anscheinend vom Ratsgremium bislang gute Arbeit geleistet worden ist und die Bürger relativ zufrieden sind. Schließlich hatte Bürgermeister Dorsch in seinem Rückblick auf die vergangenen 24 Jahre für Tiefenstockheim den Fernwasseranschluss, den Straßenausbau, die Einweihung der Kirchenburg und der Brücke sowie die DSL-Versorgung in Erinnerung gerufen.

Während Dorsch in den vorausgegangen Bürgerversammlung still den Vorstellungen der Gemeinderatskandidaten gelauscht hatte, in Tiefenstockheim musste er sich vorstellen: Einer Bürgerin war er unbekannt.

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