SEGNITZ

Stolpersteine gesetzt

Mit drei weiteren Stolpersteinen erinnert Segnitz an jüdische Mitbürger, die dem Holocaust im Dritten Reich zum Opfer gefallen sind. Am Freitag verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig im Beisein von Pfarrer Matthias Wagner und den beiden Bürgermeistern Rudolf Löhr und Karl Fuchs vor den betreffenden Wohnhäusern je einen Betonpflasterstein mit einer Messingkappe in der die Kurzbiografien der Opfer eingeschlagen sind.
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Gedenken: Mit vier Stolpersteinen erinnert Segnitz an ehemalige jüdische Mitbürger, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Am vergangenen Freitag verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig drei weitere Gedenksteine vor den Wohnhäusern der betroffenen Personen. Foto: Foto: Bischoff

Mit drei weiteren Stolpersteinen erinnert Segnitz an jüdische Mitbürger, die dem Holocaust im Dritten Reich zum Opfer gefallen sind. Am Freitag verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig im Beisein von Pfarrer Matthias Wagner und den beiden Bürgermeistern Rudolf Löhr und Karl Fuchs vor den betreffenden Wohnhäusern je einen Betonpflasterstein mit einer Messingkappe in der die Kurzbiografien der Opfer eingeschlagen sind.

Dabei handelt es sich um Cäcilie Fels. Sie wurde am 14. Mai 1872 als Tochter des Büttnermeisters und Weinhändlers Hermann Hirsch Walter und seiner Ehefrau Clara Stern in der Kesenbrodstraße 21 geboren. 1895 heiratete sie Sigmund Fels aus Fürth. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 21. September 1942 ermordet.

Joseph Bernhard Reiß war der Sohn des Weinhändlers Amson Reiß und seiner Ehefrau Fanny Ballin. Er wurde am 30. Januar 1870 in der Rathausstraße 6 geboren. 1876 zog die Familie nach Marktbreit. Joseph Bernhard Reiß wohnte später in München und in Würzburg. Von Würzburg aus wurde er 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 12. Mai 1943 ermordet.

Moritz Silberschmidt war der Sohn des Vorsängers der jüdischen Kultusgemeinde und Lehrers am Brüsselschen Institut Isaak Silberschmidt und seiner Ehefrau Bertha Kannreuther. Die Familie Silberschmidt wohnte in der Kesenbrod-straße 18, wo Moritz am 18. Juni 1867 geboren wurde. Bereits ein Jahr später gab der Vater die Segnitzer Stellung auf und ließ sich nach Fürth versetzen. Moritz Silberschmidt lebte später in München von wo er 1942 ebenfalls nach Theresienstadt verschleppt und am 2. Februar 1943 ermordet wurde.

Mit dem bereits 2004 verlegten Stolperstein für Otto Iwan Driesen gibt es in Segnitz vier solcher Denkmäler, die daran erinnern sollen, dass die Segnitzer Judengemeinde zwar bereits im Jahr 1882 erloschen ist, aber auch hiesige Bürger vor dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte nicht verschont geblieben sind. In Europa wurden bisher mehr als 40 000 Stolpersteine verlegt.

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