Würzburg/Kitzingen

Steigerwaldbahn: Grüne legen schon mal neue Schienen

Mit einem Fototermin an der stillgelegten Steigerwaldbahn unterstrichen die bayerischen Grünen ihre Forderung nach einer Verkehrswende. Noch aber sind die Schienen aus Holz.
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Steigerwaldbahn Fotoaktion der Grünen-Landtagsfraktion Foto: Ursula Lampe, Grüne
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Aufbruchstimmung herrschte beim "Grünen Abend", zu dem die Landtagsfraktion anlässlich ihrer Klausurtagung in Würzburg rund 300 Aktive und Vertreter des öffentlichen Lebens in die Posthalle geladen hatte. Während andere Parteien Probleme hätten, Kandidaten und Wahlkampf-Mitstreiter zu finden, "bekommen wir Grüne die Türen eingerannt", freute sich Fraktionschefin Katharina Schulze.

Grüne haben jetzt 16 000 Mitglieder in Bayern

Allein 140 Grünen-Ortsverbände wurden seit der Landtagswahl 2018 im Freistaat neu gegründet, darunter 23 in Unterfranken. Die Mitgliederzahl erreichte bayernweit mit 16 000 ein neues Hoch, in Unterfranken sind es 1600. Schließlich trugen auch noch die neuen Umfragezahlen im Bayerntrend zur guten Laune bei der Klausur bei: 25 Prozent der Bayern würden die Grünen derzeit bei einer Landtagswahl wählen. Bei der Kommunalwahl wollen die Grünen die Zahl ihrer Mandate bayernweit um 700 auf dann 2500 erhöhen. Auch in Unterfranken soll es mehr grüne Landräte und (Ober-)Bürgermeister als bisher geben, lautet die Zielvorgabe.

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So waren es mit der Klimaschutz- und der Verkehrspolitik denn auch grüne Leib- und Magen-Themen, die die Klausurtagung bestimmten. Auf Bundes- und Landesebene müssten die Rahmenbedingungen gesetzt werden, "um die sozial-ökologische Transformation" in den Kommunen umzusetzen, sagte Anton Hofreiter als Gast der Klausurtagung. Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion kritisierte unter anderem die Verkehrspolitik der Bundesregierung scharf. Die "Inkompetenz der CSU-Verkehrsminister" etwa beim Ausbau der Bahn müsse beendet werden, so Hofreiter.

Knoblach: Keine Verkehrswende ohne die Bahn

Für Bayern forderte Fraktionschefin Schulze die "schnelle Reaktivierung" von 18 stillgelegten Regionalbahnstrecken. Besonderes Augenmerk in Unterfranken gilt den 50 Kilometern Steigerwaldbahn zwischen Schweinfurt und Kitzingen. Symbolisch setzten die Grünen-Abgeordneten am Freitagmittag bei einem Fototermin im Kitzinger Stadtteil Etwashausen neue Schienen aus Holz ins Gleisbett ein. "Ohne die Bahn ist die Verkehrswende nicht zu schafffen", unterstrich dabei der Schweinfurter Abgeordnete Paul Knoblach.

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Weiter mahnten die Grünen mehr Tempo bei der Energiewende an. Es sei zu befürchten, dass die Bundesregierung, anders als im Klimapaket versprochen, doch nicht die Begrenzungen beim Ausbau der Photovoltaik aufhebe, klagte Hofreiter. Auch der Windkraftausbau sei eingebrochen. Stattdessen habe man die Inbetriebnahme eines neuen Kohlekraftwerks beschlossen.

Hartmann: Neuer Lehrstuhl soll über Erderwärmung forschen 

Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Zentrums für angewandte Energieforschung (ZAE), das die Abgeordneten in Würzburg besichtigt hatten. Hier würden innovative Lösungen im Kampf gegen Erdüberhitzung und Klimafolgen erforscht und gefunden. "Statt lediglich in Künstliche Intelligenz zu investieren" müsse der Freistaat solche Einrichtungen deutlich mehr als bisher fördern. Er, so Hartmann, wünsche sich zudem einen "gut ausgestatteten Hochschul-Lehrstuhl", der sich mit den Folgen der Erderwärmung und den notwendigen Gegenmaßnahmen beschäftigt.

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