Großlangheim

Steigerwaldbahn: Grüne kritisieren Gleisabbau bei Kitzingen

Kaum sind die ersten Meter Bahngleise entfernt, wenden sich Abgeordneter Paul Knoblach und der Schweinfurter OB-Kandidat Holger Laschka gegen den (legitimen) Gleisrückbau.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Rückbau der Gleise auf der entwidmeten Bahnstrecke der Steigerwaldbahn zwischen Etwashausen und Großlangheim hat begonnen. Dagegen wenden sich Politiker der Grünen in einer Pressemitteilung. Foto: Barbara Herrmann

"Mit großer Sorge" sehen Landtagsabgeordneter Paul Knoblach (Grüne) aus Garstadt (Lkr. Schweinfurt) und Holger Laschka, Schweinfurter OB-Kandidat der Grünen, den begonnenen Abbau der Bahngleise im entwidmeten Abschnitt der Steigerwaldbahn zwischen Kitzingen-Etwashausen und Großlangheim. Dies ist einer von beiden gemeinsam herausgegebenen Pressemitteilung zu entnehmen.

Der Besitzer des betreffenden Abschnitts des Bahnstrecke fühle sich hierzu von CSU-Staatssekretär Gerhard Eck ermutigt, mutmaßen die beiden Grünen. Ecks "verbale Salven gegen eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn müssen ja förmlich als Aufforderung zum Gleisrückbau verstanden werden", heißt es in der Mitteilung weiter. Knoblach, der sich den Gleisrückbau am Freitag vor Ort anschaute, wirft auch CSU-Klimaschutzbeauftragten Anja Weisgerber vor, den Straßenausbau zu forcieren, statt sich für die Reaktivierung der Steigerwaldbahn einzusetzen.

Kreistage werden zu "klaren Signalen" aufgefordert

Obwohl die Trasse Steigerwaldbahn in Etwashausen – und nicht am Kitzinger Bahnhof auf der anderen Mainseite – endet, spricht Laschka im Zusammenhang mit der diskutierten Reaktivierung der Steigerwaldbahn von einem Bahnlückenschluss zwischen Schweinfurt und Kitzingen und einer Anbindung an das überregionale Bahnnetz in Richtung Nürnberg und Würzburg. Er fordert die Kreistage in Kitzingen und Schweinfurt zu "klaren Signalen" auf, "dass ihnen die Reaktivierung wichtig ist und sie an der Wiederbelebung der Steigerwaldbahn festhalten". Schweinfurts Landrat Florian Töpper ("den wir Grünen bei der Kommunalwahl ja wieder unterstützen") nimmt er hierbei "ganz besonders" in die Pflicht.

Für Laschka ist die Reaktivierung der Steigerwaldbahn "eines der greifbarsten und naheliegendsten Bahn-Reaktivierungsprojekte in ganz Bayern". Eine Chance die nicht "verdaddelt" werden dürfte. CSU-Landtagsabgeordneter Barbara Becker wirft er mit deren ins Spiel gebrachten Idee einer Schnellbusstrecke oder eines Fahrradschnellwegs auf der bisherigen Trasse und anstelle der Steigerwaldbahn vor, "Nebelkerzen der böswilligen Sorte" zu zünden, um die "Vision Steigerwaldbahn" zu zerstören. Weder Becker noch Eck würden – sollte es zur Entscheidung kommen – letztendlich für eine Buslinie oder einen Radweg auf der heutigen Bahntrasse stimmen. "Mit umweltfreundlicher Mobilität haben beide nichts am Hut", lautet Laschkas Vorwurf.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren