Kitzingen

Starkregen hält Feuerwehren auf Trab

Der Starkregen in der Nacht zum Dienstag hat den Feuerwehren im Landkreis Kitzingen viel Arbeit beschert – 17 waren im Einsatz.
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Ausschöpfen und sauber machen war auch im Pferdestall angesagt.
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Nach dem Gewitter und Starkregen hatten die Feuerwehren in der Nacht zum Dienstag im Landkreis alle Hände voll zu tun. Ein Schwerpunkt war – wie schon am Samstag – der Raum Wiesentheid.

Im Ortsteil Geesdorf hat es wieder einmal den Bereich am Ortsrand entlang der Vogelschutzstraße erwischt, wo der Fasanenbach läuft. Zwar kam in der Nacht zum Dienstag mit 35 Litern um einiges weniger vom Himmel, als am Samstag, als es über 50 Liter regnete. Doch diesmal hielt es den Bach nicht in seinem Bett.

Fast schon gewohnt

Anwohner wie Holger Reuß und seine Familie sind das Hochwasser beinahe schon gewohnt. 2013 erwischte es diesen Abschnitt völlig, so dass man in der Straße sogar mit dem Boot fahren konnte. Diesmal habe es um kurz nach Mitternacht so ausgesehen, dass der Bach nicht überlaufe und die Sache erledigt wäre. Dann aber seien erst die Wassermassen aus dem Steigerwald und den angrenzenden Feldern gekommen, die für das Hochwasser am etwas tiefer liegenden Ortsrand sorgten.

Im Stich gelassen?

Jetzt heiße es eben wieder einmal, sauber machen und aufräumen. Man fühle sich etwas im Stich gelassen von der Gemeinde, so Reuß. Die Kommune müsste ihre Gräben viel häufiger putzen, moniert er. Einen ganzen Baumstamm habe man am Morgen aus einem Durchlass gezogen, da sei es kein Wunder, dass das Wasser nicht richtig ablaufen könne, so Reuß. „Sie können mal durch Geesdorf laufen, da sind einige auf 180“, meint eine Nachbarin beim Saubermachen.

Sauber machen

Im Bauernhof direkt daneben schöpft Ewald Kober die braune Brühe mit dem Eimer aus seinem Gemüsegarten. Im Pferdestall wird das Wasser aus den Boxen gewischt, die Tiere sind auf der Koppel. Ein Stück weiter hat es die Werkstatt von Installateur Manfred Herold erwischt, zusammen mit der Familie ist auch bei ihm heute Saubermachen angesagt. Man sei noch einigermaßen glimpflich davon gekommen, beim Wohnhaus habe das Wasser zum Glück wenige Zentimeter vor dem Keller halt gemacht.

In Wiesentheid wird gegenüber dem Sportzentrum ausgebaggert. Der Graben, der entlang der erst neu gemachten Straße nach Untersambach verläuft, ist völlig dicht mit Sand und Dreck aus den angrenzenden Feldern. Das Wasser schoss hier über die Straße in Richtung Ort, schlimmere Folgen blieben zum Glück aus.

Gerätewagen angefordert

In der Nacht war gegen 1.15 Uhr der in Volkach stationiert Gerätewagen Hochwasser des Freistaates Bayern nach Geesdorf gerufen worden. Wie Volkachs Pressesprecher Moritz Hornung mitteilte, wurden mit den örtlichen Feuerwehren mehrere Keller ausgepumpt. Zudem lieferten weitere Fahrzeuge der Volkacher gefüllte Sandsäcke nach Wiesentheid, um kritische Stellen am Bachlauf abzudichten.

Um 4.30 Uhr war der Einsatz für die 18 Einsatzkräfte aus Volkach beendet. Für den Gerätewagen Hochwasser war dies der erste Einsatz seit der Stationierung im Jahr 2017.

Fast überall im Einsatz

Für stundenlange Einsätze sorgte das Unwetter auch in anderen Teilen des Landkreises. „Es war ganz schön was los“, sagte Kreisbrandrat Roland Eckert am Morgen danach. Der registrierte ab 21.40 Uhr bis 4.30 Uhr landkreisweit immer wieder Einsätze. In Iphofen, Geesdorf, Sulzfeld, Marktsteft, Enheim, Castell, Laub, Rüdenhausen, aber auch in Reupelsdorf, Wiesentheid, Prichsenstadt, Abtswind, Wiesenbronn, Untersambach, Marktbreit, Mainbernheim und Hohenfeld wurde Alarm ausgelöst. Wobei die Schwerpunkte das Auspumpen von Keller, aber auch das Reinigen von überfluteten und dann verdreckten Straßen waren. Am Brennpunkt in Geesdorf war ein Versorgungstrupp des Kreisverbands Kitzingen des Roten Kreuzes im Einsatz.

Bis zu 36 Liter in Kitzingen

Über die Menge der Niederschläge gibt es keine genauen Angaben. In Kitzingen schon. In der Kläranlage laufen die Daten der über die ganze Stadt verteilten Messstellen zusammen. Nach Auskunft des stellvertretenden Betriebsleiters Felix Engelmann waren es zwischen 24 Liter in der Innenstadt und in Repperndorf sowie in dem Gewerbegebiet Schwarzach West je 36 Liter pro Quadratmeter. Das ist mehr als die Hälfte eines durchschnittlichen Monatsniederschlags.

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