WIESENTHEID

Standpunkt: Bürgermeister überfährt Gemeinderat

Der Weihnachtsfrieden wurde in der vergangenen Wiesentheider Ratssitzung getrübt. Schuld daran ist das Vorgehen von Bürgermeister Knaier.
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Von wegen weihnachtliche Ruhe: Die letzte Ratssitzung des Jahres ließ in Wiesentheid die Gemüter hochkochen. Dabei schien nach langem Ringen um einen Standort für den geplanten Neubau einer Kinderkrippe mit der Lösung im Seeflur Frieden eingekehrt zu sein.

Dass es am Ratstisch wieder zur Sache ging, lag diesmal zuvorderst an der Informationspolitik von Bürgermeister Knaier (CSU). Er hatte das Ergebnis einer erst vor einigen Tagen erfolgten Besprechung mit den Fachbehörden und dem Träger nicht oder nicht rechtzeitig an seine Ratsmitglieder weitergegeben, was angesichts der veränderten Zahlen für Unmut sorgte.

Schließlich würden sich nun beim anvisierten „Satelliten-Bauwerk auf grüner Wiese“, wie es Michael Rückel (Bürgerblock) bezeichnete, die Kosten um mehr als 700 000 Euro erhöhen. Das erfuhren die Räte kurz vor der Sitzung, in der sie das schnell noch mit im Haushaltsplan durchwinken sollten. Dieses Ad-hoc-Vorgehen stieß den sowieso schon angesäuerten Freien Wählern auf, nachdem ihr Bürgerbegehren zum Standort im Frühjahr im Rathaus mit den Stimmen der CSU-Mehrheit beinahe in letzter Minute gekippt worden war.

Warum wurden die Räte nicht in einer eigenen Besprechung über die neuen Fakten unterrichtet? Einer von allen Seiten gewünschten, vertrauensvollen Zusammenarbeit im Rat war dieses Vorgehen jedenfalls nicht dienlich.

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