Der Stadtrat Prichsenstadt speckt seine Ausschüsse ab. Den Werkausschuss wird es nicht mehr geben, die verbliebenen Ausschüsse sind beschlussfähig. Der Stadtrat muss nur über die Beschlüsse informiert werden und kann sie nochmals – unter gewissen Voraussetzungen – „an sich ziehen“. Das heißt, dass die Ausschussbeschlüsse dann aufgehoben und vom Stadtrat neu entschieden werden können.

Der Werkausschuss ist ersatzlos gestrichen worden, so dass die Zahl der Ausschüsse von sechs auf fünf sinkt (siehe Infokasten). Mit einer Ausnahme (Rechnungsprüfungsausschuss) ist jeweils Bürgermeister René Schlehr oder einer seiner Vertreter der Vorsitzende, in jedem Ausschuss sitzen sechs Räte.

Im Rechnungsprüfungsausschuss sitzen fünf Ratsmitglieder (ohne Bürgermeister), Vorsitzender ist laut Ratsbeschluss Herwig Hinney. Das Sitzungsgeld ist auf 20 Euro pro Sitzung für Arbeitnehmer und Angestellte sowie auf 20 Euro pro angefangener Stunde für Selbstständige festgelegt worden.

Unproblematisch war auch die Berufung von Referenten. Dort schlugen sich die Räte auch fraktionsübergreifend vor. Zur Überraschung von Bürgermeister Schlehr wollte Roland Eckert explizit nicht für das Feuerwehrwesen verantwortlich sein. „Als Kreisbrandrat muss ich etwa bei Anschaffungen von Fahrzeugen Stellung nehmen, das wäre ein Interessenkonflikt“, begründete er das. Dafür ist er nun für die öffentliche Ordnung zuständig und tritt damit in die Fußstapfen von Alfons Saugel, der angesichts seiner Arbeit als zweiter Bürgermeister (und hauptberuflicher Polizeibeamter) keinerlei Probleme damit hatte, diesen Posten nicht mehr ausführen zu müssen.

Einstimmigkeit herrschte bei einer Änderung eines Bauantrages von Freihofchef Richard Gebert. Schon vor fünf Jahren hatte er den Abbruch und Wiederaufbau eines Nebengebäudes beantragt und auch vom Landratsamt bewilligt bekommen. Die Änderung sieht eine weitere Fensterreihe im Erdgeschoss vor, verzichtet jedoch auf die für Scheunen untypischen Gauben im Dachgeschoss. Ursprünglich sollte im Erdgeschoss ein Ausstellungsraum und im ersten Stock ein Fitnessraum mit Duschen und WC entstehen.

Jetzt soll im Erdgeschoss ein Tagungsraum und im ersten Obergeschoss ein Ruheraum für den Wellnessbereich des Freihofs entstehen. Der Stadtplaner Eckhard Bökenbrink sprach sich angesichts des Ziels, den Stadtkern mit neuen Funktionen und Leben zu füllen, für das Vorhaben aus. Dem mochte sich der Rat nicht verschließen und stimmte dem Antrag mit 16:0 Stimmen zu.