KITZINGEN

Stadtrat muss zustimmen und das Konzept umsetzen

Bei der ersten Vorstellung vor Kitzinger Händlern hatte es hohes Lob für das neue Einzelhandelentwicklungskonzept gegeben. Bei der ersten Vorlage im Stadtrat war eine Kenntnisnahme daraus geworden, der Finanzausschuss hat es jetzt abgelehnt. Was der Stadtrat an diesem Donnerstag macht (Sitzungsbeginn 19 Uhr), ist offen.
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Rathaus Kitzingen
Foto: Siegfried Sebelka

Bei der ersten Vorstellung vor Kitzinger Händlern hatte es hohes Lob für das neue Einzelhandelentwicklungskonzept gegeben. Bei der ersten Vorlage im Stadtrat war eine Kenntnisnahme daraus geworden, der Finanzausschuss hat es jetzt abgelehnt. Was der Stadtrat an diesem Donnerstag macht (Sitzungsbeginn 19 Uhr), ist offen.

Die ebenso knappe (fünf zu sieben Stimmen) wie „etwas überraschende Ablehnung“ hat bei den Einzelhändlern in der Innenstadt – vorsichtig ausgedrückt – Befremden ausgelöst. Wie Thomas Most vom Stadtmarketing-Verein sagte, habe es nach der Entscheidung viele Gespräche mit Einzelhändlern und ein Treffen am Dienstagabend gegeben.

Das Ergebnis fasst Most so zusammen: „Der Stadtrat muss zustimmen und zwar einstimmig und er muss das Konzept umsetzen.“ „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, brauchen aber die Rückendeckung des Stadtrats“, sagte Gerald Zörner als einer der Einzelhändler der Innenstadt für viele seiner Kollegen.

In einem dreiseitigen Papier macht der Einzelhandel noch einmal seine Position deutlich. Das vorgelegte Konzept und die dazu gehörende Sortimentsliste sei zwar kein Allheilmittel, aber es sei ein Schutzschild für die Innenstadt und ihren Einzelhandel. Es gebe der Politik ein Mittel in die Hand, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Einzelhandelskonzept schaffe Rechtssicherheit, verhindere bei Entscheidungen über Ansiedlungen auf der grünen Wiese Willkür und gebe Geschäftsleuten, Eigentümern und Vermietern Rechtssicherheit.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Gerald Zörner Einzelhändler in Kitzingen

Das Konzept sei von der Stadtratsmehrheit in Auftrag gegeben worden, habe 30 000 Euro gekostet und müsse jetzt auch umgesetzt werden.

In einer Stellungnahme zeigt sich auch der Kreisverband des Bayerischen Einzelhandels enttäuscht über „die ablehnende Haltung“. Die Kitzinger Unternehmen seien bei der Vorstellung der Konzeption guten Mutes gewesen, endlich eine gemeinschaftliche Ausrichtung mit Stadt und Handel in wichtigen Zukunftsfragen erreichen zu können, heißt es in einem von Bezirksgeschäftsführer Volker Wedde verfassten Schreiben an den OB und die Stadträte. Im Einzelhandel sei die Konzeption auf breite Zustimmung gestoßen und auf die Bereitschaft, sich an den Empfehlungen zu orientieren.

Jedem sei klar, dass ein Gutachten die Probleme Kitzingens nicht automatisch löse, sondern lediglich ein Begleiter für die Entscheidungsgremien sei. Es solle allen Beteiligten die Möglichkeit geben, fundierte und zukunftsgerichtete Entscheidungen für Kitzingen und seinen Einzelhandel zu treffen.

Es passiere in der Kommunalpolitik leider noch zu oft, dass Entscheidungen zu Handelsansiedlungen aus einem „Bauchgefühl“ heraus getroffen werden. Dies sei für eine solide Handelsentwicklung mit Erhaltung und Stärkung der Innenstadt zu wenig. Ein Einzelhandelskonzept leistet hier einen wichtigen Beitrag.

Die Ablehnung des Gutachtens habe eine negative Signalwirkung an Investoren, die Interesse an einer Belegung innerstädtischer Flächen hätten. Die aktuellen Leerstände seien wesentlich schwieriger vermittelbar, wenn kein langfristiges Konzept existiere, das die Innenstadt stärke und Planungssicherheit gebe. Genau das stelle das Gutachten dar, das „als hervorragende Arbeit und eine wichtige Grundlage für die weiteren Herausforderungen, die auf Kitzingen zukommen“ bezeichnet wird. Am Ende des Schreibens steht die ausdrückliche Aufforderungen an den Stadtrat, das Gutachten in der kommenden Sitzung zu verabschieden. Die ist an diesem Donnerstag.

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