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Marktbreit

Stadtrat beschließt Abriss der Friedhofsscheune in Marktbreit

"Die Friedhofsscheune begleitet uns schon jahrelang und es gibt höchst unterschiedliche Ansichten dazu", leitete Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein die Beratung über das Gebäude ein. So wie die Meinungen der Bürger auseinander gingen, so waren auch die vorliegenden Anträge der Ratsmitglieder Werner Hund (SPD) und Harald Damm (FW). Während Hund große Pläne mit dem alten Gebäude hatte, beantragte Damm den Abriss.
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Lange Jahre beschäftigte die Friedhofsscheune Stadtrat und Bürger in Marktbreit. Jetzt beschloss der Rat, das Gebäude abzureißen und Parkplätze zu schaffen. Foto: Hartmut Hess

"Die Friedhofsscheune begleitet uns schon jahrelang und es gibt höchst unterschiedliche Ansichten dazu", leitete Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein die Beratung über das Gebäude ein. So wie die Meinungen der Bürger auseinander gingen, so waren auch die vorliegenden Anträge der Ratsmitglieder Werner Hund (SPD) und Harald Damm (FW). Während Hund große Pläne mit dem alten Gebäude hatte, beantragte Damm den Abriss.

Hund wollte das Gebäude erhalten und entkernen, darin Mietwohnungen und eventuell Räume für die Stadt sowie im Erdgeschoss eine Parkgarage schaffen. Zudem sah er die Stadt in der Pflicht, die historische Bausubstanz zu erhalten. Ein Architekt habe den Rückbau des Gebäudes bis auf die Grundmauern vor Jahren auf 400 000 Euro beziffert. Das wäre viel Geld für "nur ein paar Parkplätze und etwas Drumherum", argumentierte Hund.

Gegensätzliche Anträge 

Damm fand, dass die Parkplätze für Friedhofsbesucher dort sinnvoll seien, wollte aber keine enormen Summen für einen Umbau ausgeben. Herbert Biebelriether beurteilte die Bausubstanz als nicht sonderlich gut und wollte nur in die Parkplätze investieren, die aber nur den Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen sollten, aber nicht für Mieter.

Martina Michel wollte das Gebäude erhalten und Parkplätze schaffen, konnte sich dort aber keine Wohnungen vorstellen. Das würde die Kosten senken. "Der Antrag hat durchaus was für sich, weil Wohnraum gebraucht wird und Nachverdichtung gewollt ist, zumal die Schaffung von Wohnraum vom Staat bis zu 80 Prozent gefördert wird", sagte Hegwein.

Führungen besser besucht

Hunds Antrag fiel nach ausgiebiger Diskussion durch (3:11), dagegen stimmte die Mehrheit für Damms Antrag und somit für den Abriss (11:3). Hegwein gehörte zur Minderheit und wollte im Sitzungsprotokoll festgehalten haben, dass er gegen den Abriss gestimmt habe. Die Runde war sich einig, dem neuen Gremium keine weiteren Vorgaben zu machen, ob der Parkraum bewirtschaftet werden soll und wie lange dort geparkt werden dürfe.

Von etwas weniger Übernachtungen, aber von einem gut ausgelasteten Wohnmobilstellplatz berichtete Tourismusreferent Damm. Deswegen sei es nötig, den Platz zu erweitern. Konstant sei die Zahl der Stadtführungen geblieben, aber es seien im Jubiläumsjahr mehr Teilnehmer gewesen. "Wir haben durch unsere Feierlichkeiten einen Imagegewinn erzielt", sagte Damm und wünschte sich, neben der Touristinfo ein Stadtmarketing in Marktbreit.

Eher Werkstatt als Sattlerei

Aus besonderem Grund behandelte der Hegwein einen Antrag auf Nutzungsänderung für den ehemaligen Glasereibetrieb Dietenmeier im Gewerbegebiet in der Michelfelder Straße. Dort sollte eine Autosattlerei entstehen, doch sei es eher eine Autowerkstatt. Zudem habe es Beschwerden der Nachbarn wegen nächtlichen Lärms gegeben.

Der Bauausschuss habe sich diesem Thema angenommen und das städtische Zustimmung verweigert, da bislang noch kein Brandschutznachweis vorliege. Der Stadtrat folgte dem Ausschuss, solange die geforderten Auflagen nicht erfüllt und die Vorschriften eingehalten seien.

Der Stadt und den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft lag ein Carsharing-Angebot im ländlichen Raum auf dem Tisch. Am 7. April wurde nun ein Termin mit dem Anbieter und allen Mitgliedern der Verwaltungsgemeinschaft angesetzt.

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