Kitzingen

Stadtrat: Energie sparen: ja – ein neues Konzept machen: nein

Die KIK-Fraktion scheiterte knapp mit einem Antrag, den viele Kitzinger Stadträte im Kern für richtig halten, aber mit dessen Weg sie nicht einverstanden waren.
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Wie kann man zum einen Energie sparen und zum anderen erreichen, dass vermehrt erneuerbare den Vorzug vor fossilen Energieträgern bekommen? Das diskutierte der Kitzinger Stadtrat. Foto: Andrea Warnecke, dpa

Wie kann man den Stromverbrauch in der Stadt Kitzingen drosseln, möglichst viel Energie aus erneuerbaren Formen gewinnen, statt aus fossilen? Eine Grundlage für solche Fragen kann ein sogenannter Energienutzungsplan (ENP) sein. Er listet auf, welchen Bestand an Energieträgern in der Stadt für was genutzt wird, beschreibt das Potenzial für die Umstellung auf Erneuerbare und liefert schließlich ein Konzept, mit welchen Maßnahmen das erreicht werden kann.

Die KIK-Fraktion im Kitzinger Stadtrat hätte einen solchen ENP gerne für das Verbreitungsgebiet der Licht-, Kraft- und Wasserwerke (LKW) Kitzingen erarbeiten lassen und stellte einen entsprechenden Antrag im Stadtrat. Dieser fand allerdings knapp mit 11:15 Stimmen nicht die erforderliche Mehrheit. Zugleich hätte die KIK-Fraktion gerne einen Energiemanager in der Stadtverwaltung, der sich um das Projekt kümmern soll, wie Sprecher Klaus-Dieter Christof vortrug.

OB bevorzugt Gemeinschaftsprojekt mit dem Landkreis

Thomas Rank (CSU) fand die Intention gut, erklärte aber, dass mit solchen Studien oft "heiße Luft" produziert werde. Dem großen Aufwand stehe ein überschaubarer Nutzen gegenüber. Außerdem war Rank wie Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) der Meinung, dass dies ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Landkreis werden sollte, denn für die Stadt allein sei es nicht sinnvoll. Dazu sei sie zu klein. Ähnlich sahen dies Redner der CSU und der SPD.

Andreas Moser (CSU) pflichtete dem bei: Dabei kämen Maßnahmen heraus, die schon umgesetzt würden. Der Vorschlag sei moralisch gut, aber nichts Neues.

Christof hielt dagegen, dass es ums Grundsätzliche gehe: "Wie stelle ich mir Energieträger der Zukunft vor? Was braucht Kitzingen?" Jens Pauluhn (ÖDP) unterstützte Christof: Die Landesregierung fordere ausdrücklich dazu auf, ENP zu erstellen und fördere sie sogar mit bis zu 70 Prozent der Kosten. Dazu würde auch passen, dass die Stadt zu 60 Prozent an den LKW beteiligt sei. Er schlug vor, Fachbüros einzuladen, die ihre Angebote vorstellen sollten.

Für Graumann ist der KIK-Vorschlag zu schwammig

Für die SPD befand Astrid Glos, dass die Zeit jetzt reif und das Thema "Energieeinsparung" in aller Munde sei. 

Bauamtsleiter Oliver Graumann entgegnete, dass die Stadtverwaltung bereits für 15 städtische Gebäude solche Maßnahmen Schritt für Schritt umsetze. Dagegen sei der Vorschlag der KIK eine "Black Box", bei der nicht klar sei, was zu erwarten ist, schon gar nicht die Kosten.

Am Ende der Diskussion scheiterte der Antrag der KIK-Fraktion zwar knapp, aber CSU-Kreisrat Stephan Küntzer schlug vor, das Thema im Kreistag vorzutragen und damit eine gemeinsame Initiative von Stadt und Landkreis zu befördern, für die sich mehrere Redner ausgesprochen hatten.

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